Sturmtief Sabine Zuspätkommen erlaubt? Das müssen Arbeitnehmer jetzt beachten

Von Stefanie Bernhardt 

Das Orkantief „Sabine“ fegt mit extremen Geschwindigkeiten über Deutschland hinweg und sorgt für Chaos im Straßen- und öffentlichen Verkehr. Aber dürfen Arbeitnehmer jetzt eigentlich zu Hause bleiben? Wir erklären Ihnen, auf was sie achten müssen.

Zahlreiche Bahnen fallen wegen des Sturmtiefs Sabine aus. Foto: Leif Piechowski/Leif Piechowski
Zahlreiche Bahnen fallen wegen des Sturmtiefs Sabine aus. Foto: Leif Piechowski/Leif Piechowski

Stuttgart - Stürme und Unwetter sorgen häufig dafür, dass Züge sich durch Sperrungen der Strecke verspäten, oft fährt stundenlang keine Bahn. Für Arbeitnehmer ist das allerdings keine Entschuldigung, um zu spät oder gar nicht im Büro zu erscheinen. „Generell darf ein Arbeitnehmer bei Unwetter oder Sturm nicht zu Hause bleiben; für den Weg muss er mehr Zeit einplanen. Der Arbeitnehmer hat ein Wegerisiko und muss sicherstellen, dass er pünktlich am Arbeitsplatz eintrifft“, erklärt Anwalt Andre Schenk.

Eine Ausnahme liegt vor, wenn es Warnungen gibt, vor die Tür zu gehen, wenn beispielsweise Bäume umgeknickt und Dächer abgedeckt werden. Denn dann liegt eine „begründete Arbeitsverhinderung“ vor. Wenn er dies sofort mitteilt, kann der Arbeitnehmer fern bleiben. „Eine Abmahnung darf wegen des Fernbleibens nicht ausgesprochen werden,“ sagt Schenk.

Gibt es trotzdem Gehalt?

Auch wenn ein Sturm ein Leistungshindernis darstellt, trägt der Arbeitnehmer auch bei Naturkatastrophen das Wegerisiko und hat bei Nichterscheinen keinen Vergütungsanspruch. Laut Anwalt Schenk heißt das im Klartext: „Macht das Wetter den Weg zur Arbeit unzumutbar, stellt dieses zwar eine begründete Arbeitsverhinderung dar, die ausgefallene Arbeitszeit ist aber nicht zu vergüten.“ Anders sieht es übrigens aus, wenn der Betrieb beim Arbeitgeber eingestellt wird, dann besteht weiterhin Gehaltsanspruch.

Lesen Sie hier: Sturm nimmt wieder an Fahrt auf – DWD gibt keine Entwarnung

In der Praxis ist es häufig so, dass Arbeitgeber in solchen Fällen proaktiv Homeoffice anbieten oder erlauben, die ausgefallene Zeit nachzuarbeiten. Viele Arbeitgeber haben in Fällen wie Stürmen also Verständnis für zu spätes Erscheinen bei der Arbeit.

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