Stuttgart-Möhringen Wie viel Verkehr verträgt die Landhauskreuzung?

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Ein Investor will Büros an der Plieninger Straße in Stuttgart-Möhringen bauen. Werden die Staus damit noch länger? Und braucht es nicht eigentlich auch Wohnungen?

Grün statt Parkplätze, das war eine der Ideen im Bezirksbeirat. Foto: Sandra Hintermayr
Grün statt Parkplätze, das war eine der Ideen im Bezirksbeirat. Foto: Sandra Hintermayr

Möhringen - Die Grünen im Möhringer Bezirksbeirat wollen eigentlich gar nicht, dass in dem Gewerbegebiet an der Plieninger Straße gebaut wird. Entsprechend forderte Petra Leitenberger in der jüngsten Sitzung, dass die derzeitigen Parkplätze der Firma Daimler in eine Tiefgarage verlegt und die Flächen anschließend begrünt werden. Die Mehrheit des Gremiums folgte diesem Antrag aber nicht. Dem Projekt des Luxemburger Investors Hines Immobilien konnten die Lokalpolitiker aber auch nichts abgewinnen. Dieser plant an der Landhauskreuzung Neubauten für einen Nutzungsmix aus Büros, gewerblichem Wohnen und gastronomischen Angeboten. Etwa 3900 Arbeitsplätze könnten entstehen. Der Bezirksbeirat lehnte das ab.

Einer der Hauptgründe dafür war der Verkehr. Die Stadt hat bereits ein Gutachten erstellen lassen. Demnach ist im Endzustand der Aufsiedlung mit 4200 zusätzlichen Fahrten zu rechnen. In Summe wären es dann 6700 Autos, welche über die umliegenden Straßen rollen. Das würde vor allem die Landhauskreuzung betreffen. Der Verkehrsknotenpunkt wäre dafür aber nach wie vor ausreichend dimensioniert, sagte der städtische Verkehrsplaner Andreas Hemmerich in der Sitzung und ergänzte: „Sicher, ausreichend entspricht der Schulnote 4. Aber diese Verkehrsqualität haben wir an vielen Punkten.“ Er fügte hinzu: Bei der Planung von Autobahnen würden die Kategorien A und B gar nicht in Betracht gezogen, weil dann die Straßen viel zu groß dimensioniert wären. Mit einer Nachverdichtung des Gebietes würde es freilich auch zu einer Mehrbelastung im Ortszentrum kommen. Diese wäre aber mit einem Zuwachs von ein bis drei Prozent fast zu vernachlässigen, heißt es im Verkehrsgutachten.

Verbesserungen bei Bus und Bahn sind bereits geplant

Die Mehrheit der Bezirksbeiräte hatte da jedoch Zweifel. Sie forderten, dass gleichzeitig die Bus- und Bahnverbindungen verbessert werden. Das ist freilich geplant. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember geht die Schnellbuslinie X 7 von Harthausen nach Degerloch in Betrieb. Auch an den Bau einer Stadtbahnlinie U 5B vom Killesberg auf die Filder ist bereits gedacht. Das wird aber noch einige Jahre dauern. Die Fachverwaltung verwies zudem auf den geplanten Ausbau der Radwege. Dennoch beantragten die Grünen, die Zahl der Parkplätze zu begrenzen und bekamen dafür eine Mehrheit.

Die Bezirksbeiräte, allen voran die CDU, hatten aber noch ein ganz anderes Problem mit der Aufsiedlung des Gewerbegebiets. Die CDU sehe sehr wohl den Bedarf für neue Gewerbeflächen, sagte Fred Wagner und ergänzte: „Aber die Stadt muss gleichzeitig neue Wohnungen schaffen.“ Der Gremium nahm diesen Antrag einstimmig an.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik beschäftigt sich am Dienstag, 1. Oktober, mit dem Thema und den Ergänzungsanträgen des Bezirksbeirats. Die Stadträte können aber nicht wie vorgesehen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen. Denn die Lokalpolitiker lehnten die Vorlage mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit ab und forderten eine erneute Berichterstattung im Beirat.

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