„Stuttgart parkt fair“ Ein Twitterpranger für Stuttgarter Falschparker

Von ck 

Dicke SUVs am Radweg, Luxus-Schlitten auf Gehwegen oder Lieferwagen auf dem Zebrastreifen: Stuttgarter Falschparker verärgern ihre Mitmenschen – und sind inklusive Kennzeichen auf Twitter zu finden.

Nur mal schnell zum Bäcker fahren, kann teuer werden. Foto: Fotoagentur-Stuttg 5 Bilder
Nur mal schnell zum Bäcker fahren, kann teuer werden. Foto: Fotoagentur-Stuttg

Stuttgart - Bei einem roten Streifen auf der Fahrbahn handelt es sich nicht um einen Premium-Parkplatz für SUVs, sondern zumeist um einen gewöhnlichen Fahrradweg. Dass diese Tatsache vielen Stuttgarter Autofahrern nicht bekannt ist, bemerkt man spätestens, wenn man selbst mit dem Rad in der City unterwegs ist oder spätestens auf Twitter.

Unter dem Hashtag #StuttgartParktFair versammeln Stuttgarter Fotos von Falschparkern auf so ziemlich allen möglichen Stellflächen – nur eben selten auf zugewiesenen Parkplätzen.

Kein Kavaliersdelikt

Dabei ist Falschparken kein Kavaliersdelikt – die wild geparkten Autos können andere Verkehrsteilnehmer behindern und sogar gefährden, wenn sie den Blick auf Kreuzungen verdecken oder zu weit auf der Fahrbahn stehen. Auch auf Fahrradwegen und am Bürgersteig haben die rücksichtslos abgestellten Fahrzeuge nichts verloren.

Ob Fußgängerzone, Halteverbot oder Gehweg – die gezeigten Fahrzeuge werden zumeist inklusive Kennzeichen ins Netz gestellt. Besonders beliebt scheinen Radwege und Bürgersteige zu sein. Doch auch Grünflächen, Zebrastreifen und sogar Fußgängerzonen in der Innenstadt gelten für manche Autofahrer als gebührenfreier Stellplatz:

Im Jahr 2018 schloss sich der Stuttgarter Verein Fuss e. V. einer bundesweiten Aktionswoche an, um auf das Problem des Falschparkens hinzuweisen. Damals wurden falschgeparkte Autos mit Luftballons markiert, mit Sprühkreide auf den Asphalt gezeichnet und Autofahrer höflich auf ihr Vergehen angesprochen. Erst im November stellte die Stadt Stuttgart einen Aktionsplan gegen Falschparker vor – inklusive Onlinekatalog und Aufkleber mit der Aufschrift „Stuttgart parkt fair“.

Wer wenig von Aktionismus hält, keinen Twitter-Account besitzt oder gerne mit Beamten telefoniert, kann Falschparker auch ganz einfach beim Ordnungsamt anzeigen.

Auch interessant: Das sind die zehn größten Parksünden

Sonderthemen