Stuttgart - Stuttgart bewegte sich dank der elektrisch betriebenen Smart-Mietautoflotte des Daimler-Konzerns bei der Ausstattung mit Ladesäulen einst an der Spitze des Fortschritts. Wer sich die jüngste Ausschreibung für Schnelllader in der Stadt ansieht, erkennt nun aber einen deutlichen Leistungsabfall. Die Anforderungen an die Ladesäulen-Betreiber sind allenfalls noch Mittelmaß. Die Hersteller von Elektrofahrzeugen rüsten auf und versprechen dank besserer Technik kurze Ladezeiten. Sie haben erkannt, dass darin ein wichtiges Verkaufsargument liegt. Nur rasch an einer Ladesäule verweilen zu müssen, das ist ein Komfortmerkmal.
100 Kilowatt pro Stunde sind die Regel
Zeitgemäße Ladetechnik spart überdies unnötig dicke und teure Batteriepakete. Die Aufnahme von rund 100 Kilowatt pro Stunde ist inzwischen selbst bei Kleinwagen die Regel – oder kann als Extra bestellt werden, in der Oberklasse konkurrieren die Hersteller noch mit ganz anderen Werten. Am Tesla-Ladepark beim Meilenwerk in Böblingen liefern die Säulen bis zu 250 kW, die EnBW macht an machen Stationen in Stuttgart 300 kW möglich.
Höherer Anspruch nötig
Solche Werte schaffen Ladelust. Die 50 kW, die die Stadt nun vorgeschrieben hat, sorgen eher für Frust. Wenn der eine, beräderte Teil der propagierten E-Mobilität Entwicklungssprünge macht, muss der stationäre Teil mithalten können. 100 kW Leistung müssen an Schnellladern in der Stadt selbstverständlich sein. Zumal die Betreiber die Flächen für immerhin 15 Jahre erhalten. Bei einer derart langen Laufzeit muss die Stadt einen höheren Anspruch formulieren.