Stuttgart will Service verbessern Diese vier Bürgerbüros öffnen wieder

Am 5. Februar 2024 soll das Bürgerbüro in Degerloch wieder öffnen. Foto: StZN/Caroline Holowiecki

Die Personalsorgen bei der Landeshauptstadt sind nicht gelöst, die Lage entspannt sich aber marginal. Womöglich wird das Leistungsangebot bei kleinen Einheiten reduziert.

Weil Personal fehlt, sind in der Landeshauptstadt seit Monaten sechs Bürgerbüros geschlossen. Statt ihre Anlaufstellen in Degerloch, Feuerbach, Plieningen, Nord, Süd und Untertürkheim nutzen zu können, müssen Bürger auf benachbarte Büros ausweichen. Kurz vor Weihnachten versprechen Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer (CDU) und Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler) Besserung. Der Abwärtstrend beim Personal sei gestoppt, zum Teil umgekehrt, daher könnten am 4. Dezember das Bürgerbüro Süd und am 5. Februar das in Degerloch wieder geöffnet werden. In Plieningen und Untertürkheim soll die Eröffnung im Frühjahr 2024 folgen.

 

18 Prozent der Stellen sind nicht besetzt

Das Bürgerbüro Süd war Anfang Oktober wegen Personalengpässen geschlossen worden, damals mit der Perspektive einer Wiedereröffnung im Frühjahr 2024. Das in Degerloch ist bereits seit 2022 zu. In den 22 Bürgerbüros sind 18 Prozent der Stellen nicht besetzt. Jeder Weggang reiße eine Lücke, die mit einer Neueinstellung nicht sofort wieder geschlossen werde könne, so Fabian Mayer, denn Erfahrung wandere mit ab. Die Einarbeitungszeiten sind wegen der Vielfalt der angebotenen Dienstleistungen lang. In diesem Jahr konnten laut Verwaltung 26 Stellenanteile besetzt werden. Neues Personal zu gewinnen bleibe die Hauptaufgabe, weil die Fluktuation hoch sei. Mayer warb vor dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats angesichts der Haushaltsplanberatungen für mehr Stellen beim Digitalamt, denn das Personalproblem soll auch über mehr Online-Dienstleistungen gelöst werden. Außerdem hofft die Verwaltung auf die Wirkung der Stuttgart-Zulage, die der Gemeinderat beschließen soll. Vorgeschlagen sind 150 Euro pro Beschäftigtem im Monat.

Online-Terminvergabe soll helfen

Um die Schlangen vor den Bürgerbüros zu kürzen, hat die Stadt im Netz eine Wartezeitenampel eingerichtet. Sie zeigt, wie groß die Chance zur jeweiligen Uhrzeit auf das Ergattern einer Wartemarke ist. Auch die Online-Terminvergabe soll den Bürgern die Planung eines Behördentermins perspektivisch erleichtern. Zum Umfang der angebotenen Dienstleistungen bahnt sich allerdings eine Debatte an. CDU-Stadtrat Jürgen Sauer schlägt eine Restrukturierung der Bürgerbüros vor, bei der kleinere Einheiten mit wenigen Mitarbeitenden nicht mehr alle Leistungen anbieten sollten. Das Full-Service-Modell würde nur bei größeren Büros erhalten bleiben. Die Erwartungen, überall jede Dienstleistung zu erhalten, können wohl nicht auf Dauer erfüllt werden, sagte Clemens Maier, das dezentrale Stuttgarter Angebot sei republikweit konkurrenzlos. „Es gibt keine Entscheidung über die Schließung kleinerer Standorte“, so Fabian Mayer.

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