Stuttgarter Kickers gegen VfR Aalen Was Alessandro Abruscia am Spiel bei den Blauen reizt

Alessandro Abruscia ist erstmals in einem Pflichtspiel gegen seinen Ex-Verein Stuttgarter Kickers am Ball. Foto: imago/Eibner

Alessandro Abruscia hat mit den Stuttgarter Kickers Auf- und Abstiege erlebt. Vor dem Regionalligaduell bei seinem Ex-Club spricht der Mittelfeldspieler des VfR Aalen über beide Vereine und ihre Perspektiven.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Alessandro Abruscia spielte insgesamt neun Jahre für die Stuttgarter Kickers. An diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) tritt er erstmals in einem Pflichtspiel gegen seinen ehemaligen Verein an. Mit dem VfR Aalen kommt der 33-jährige Mittelfeldspieler zum Regionalliga-Duell nach Degerloch – seine Vorfreude ist groß.

 

Herr Abruscia, es hätte ein richtiges Spitzenspiel werden können am Samstag.

Ja klar, ist es ein bisschen schade, dass wir ausgerechnet vor dem Derby bei den Kickers im sechsten Spiel unsere erste Saisonniederlage kassierten. Wir haben beim 0:3 gegen den TSV Steinbach Haiger aber einfach viel zu viele Torchancen vergeben.

Ihr Trainer Tobias Cramer vergab dafür die Note ungenügend.

Er hat ja recht, wir waren vor dem Tor einfach nicht entschlossen genug. Vielleicht haben wir uns die Treffsicherheit für Samstag aufgehoben (lacht).

Wie schätzen Sie die Stuttgarter Kickers ein?

Da die Kickers immer einen Spieltag vorher gegen unseren Gegner spielen, haben wir schon ziemlich viel von ihnen gesehen. Sie verteidigen gut und kompakt. Vorne trifft Kevin Dicklhuber fast aus allen Lagen. Die befinden sich in einem Flow, wir müssen im allem, was wir haben, dagegenhalten.

Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Wir haben schon in allen Mannschaftsteilen eine gute Qualität in unserer Truppe. Zudem sind wir ein eingeschworener Haufen. Wir werden uns in Degerloch nicht verstecken.

„Verein im Aufwind“

Wie sehr belastet das Insolvenz-Thema noch den Verein und die Mannschaft?

Das Thema existiert in der Mannschaft nicht mehr. Der Verein hat wieder bei Null angefangen und befindet sich im Aufwind.

Welche Rolle spielt der Sportliche Berater Marco Grüttner?

Ich kenne Marco gut und bin mit ihm gemeinsam bei den Kickers 2012 in die dritte Liga aufgestiegen. Er tut mit seinem Fachwissen und seinem Netzwerk dem Verein gut.

War nicht das in den vergangenen Jahren fehlende fußballerische Know-how in der Führungsetage das Kernproblem des VfR?

Natürlich sind Fehler gemacht worden in der Vergangenheit, aber der Verein arbeitet ganz explizit daran, diese Fehler abzustellen. Dabei befinden wir uns auf einem guten Weg.

Sie waren beim Absturz der Blauen aus der dritten Liga 2016 dabei und haben den Verein dann 2018 nach dem Abstieg aus der Regionalliga verlassen. Ist es noch etwas Besonderes für Sie, unterm Fernsehturm am Ball zu sein?

Auf jeden Fall. Zumal ich festgestellt habe, dass ich noch nie in einem Pflichtspiel gegen die Kickers gespielt habe, weder mit der TSG 1899 Hoffenheim, noch mit 1860 München, dem SSV Ulm 1846 oder mit dem VfR Aalen. Ich freue mich riesig auf dieses Duell.

„Wir fiebern dem Spiel entgegen“

Genauso wie zwei Ihrer Mitspieler, die ebenfalls eine Kickers-Vergangenheit haben?

Yannick Thermann und Ibrahima As Diakite waren nicht so lange bei den Blauen wie ich, aber sie fiebern dieser Partie in einer stimmungsvollen Atmosphäre ebenfalls entgegen. Wenn ich mir die letzten Zuschauerzahlen bei den Kickers anschaue, könnte ich mir vorstellen, dass wir am bundesligafreien Wochenende vor 5000 Besuchern spielen.

Wie geht’s aus, und wo landen beide Teams am Ende?

Ein Ergebnistipp ist mir zu heikel. Wir wollen eine gute, sorgenfreie Runde spielen, die wir nicht an einem Tabellenplatz festmachen. Den Kickers traue ich mit ihrer qualitativ guten Mannschaft, ihrem professionellen und begeisterungsfähigen Umfeld einen Platz im ersten Drittel zu. Ob es für ganz oben oder für einen vierten oder fünften Platz reicht, wird man sehen. Erst nach zehn bis zwölf Spieltagen lässt sich da eine genauere Tendenz erkennen.

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