Trickbetrug in Stuttgart Neue Taktik der falschen Polizisten

Von Wolf-Dieter Obst 

Wegen Corona haben die Täter ihre Taktik geändert: Sie lassen sich jetzt von den Opfern das Geld in die Türkei überweisen.

Das Telefon als Tatwaffe: Betrüger geben sich wieder als Polizisten aus. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Das Telefon als Tatwaffe: Betrüger geben sich wieder als Polizisten aus. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Stuttgart - Die Betrüger am Telefon, die als falsche Polizisten ihre Opfer um Zehntausende Euro bringen, schlagen wieder verstärkt zu – und finden trotz bekannter Masche wieder neue Opfer. Diesmal haben die Täter im Stadtteil Rohr zugeschlagen – und dabei ihre Taktik geändert. Sie lassen die Beute nicht mehr von Komplizen abholen – sondern von den Opfern überweisen. Dies könnte offenbar eine Folge der eingeschränkten Reisemöglichkeiten wegen der Corona-Schutzmaßnahmen sein.

Der jüngste Fall spielte sich am Montagvormittag ab, wo ein 77-Jähriger von zwei angeblichen Polizisten telefonisch massiv unter Druck gesetzt wurde. Gegen ihn laufe ein Strafverfahren, es gebe einen Haftbefehl, er müsse eine Kaution über mehreren Zehntausend Euro zahlen. Der Mann ging schließlich zur Bank und füllte dort eine Überweisung aus. Später kamen ihm Zweifel. „Ob sich die Überweisung stoppen ließ, ist noch unklar“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann.

Die letzte Festnahme war im April

Eine Woche zuvor hatte das noch im Stuttgarter Süden geklappt, als ein 81-Jähriger auf dieselbe Masche hereinfiel. Er hatte mehrere Zehntausend Euro am 16. Juni online überwiesen – als ihm dann zum Glück schnell Bedenken kamen. Die Betrüger sind auch anderswo in der Stadt aktiv. Am Dienstag gab es sieben Anrufe. Die Polizei warnt daher eindringlich vor ähnlichen Anrufen. Die Ermittler müssen feststellen, dass die Tätergruppierungen, die zumeist von der Türkei aus agieren und die Abholertrupps steuern, ihre Corona-Pause längst beendet haben. Die bisher letzte Festnahme eines Abholers gab es am 21. April in Nürtingen (Kreis Esslingen). Seither sitzt ein 38-Jähriger in Untersuchungshaft.

Sonderthemen



Unsere Empfehlung für Sie