Verbandsligist SKV Rutesheim und Landesligist TSV Heimerdingen bereiten sich auf den Rundenauftakt vor – jedoch haben die beiden Trainer einige Sorgen.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Christopher Baake ist froh, dass er entspannt am Rande steht und nicht laufen muss – früher als Spieler waren diese langen Läufe nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung, als Trainer der SKV Rutesheim dagegen hat er ein Auge auf seine Akteure, damit auch jeder ordentlich mitzieht. „Die harten Einheiten werden noch kommen, zum Trainingsstart steht zunächst einmal der Spaß im Vordergrund“, sagt der 33-Jährige am Montagabend auf dem schneebedeckten Kunstrasen der SKV im Bühl.

Fast alle Spieler hat Baake beim Jahresauftakt um sich. Fast alle. Stürmer Markus Wellert laboriert seit Wochen an einer hartnäckigen Knöchelverletzung, eine kürzlich veranlasste MRT-Untersuchung zog das Ergebnis nach sich: Mindestens zwölf Wochen Pause, zudem muss Wellert einen Stützstrumpf tragen. Auch Abwehrmann Alban Kastrati fehlt, er plagt sich mit einer Schambeinentzündung herum. Mit dabei sind die beiden Neuzugänge Steffen Gorsegner (Tor) und Henry Strahl (Abwehr). „Die Jungs freuen sich auf den Start der Rückrunde“, sagt Baake, was die Kicker augenscheinlich belegen, als sie mit Feuereifer und Ball durch den Schnee rennen.

Mission impossible hat begonnen

In den kommenden zwei Wochen wird der Coach aber den Spaßfaktor zwangsläufig zurückschrauben, wenn die langen Laufeinheiten anstehen, um die Grundausdauer herzustellen – schließlich hat die SKV einiges vor: Nämlich das schier Unmögliche möglich machen. Mindestens 14 Punkte aufholen, um das rettende Ufer zu erreichen und den Abstieg zu verhindern. Um für Planungssicherheit zu sorgen, wurde der Vertrag von Baake bereits für die kommende Saison verlängert. „Es sollen alle wissen, woran sie sind, wenn es in die Gespräche für die nächste Saison geht“, betont der Coach. Die „Mission Impossible“ hat in Rutesheim begonnen.

Auch beim TSV Heimerdingen herrscht gute Stimmung

Am Anfang spielen sie ein Eck, bei fast jedem Fußball-Club, in so ziemlich jedem Training. Fünf gegen zwei heißt die Spielform zum Aufwärmen, bei der die fünf Spieler sich den Ball so zupassen müssen, dass die beiden innen ihn nicht berühren. Gibt es eine Berührung, tauschen die Beteiligten die Rollen. Auch beim TSV Heimderdingen haben sich die Kicker am Montagabend so aufgewärmt. „Das ist nicht so einfach im Schnee“, sagt Trainer Daniel Riffert, „weil der Ball verspringen kann.“ Um die Spieler des Landesliga-Vierten auf Betriebstemperatur zu bringen, hat der Coach noch drei Läufe aufs Programm beim Trainingsstart 2023 gesetzt, doch übertreiben will er es dann doch nicht. „Alle freuen sich, wenn es nach der Winterpause wieder losgeht“, sagt der 34-Jährige, „deshalb steht das Spiel im Vordergrund. Aber in den nächsten Wochen wird die Grundausdauer verbessert – man kann nicht immer mit Ball trainieren.“

Kapitän Tim Schlichting fehlt

Die Spieler haben sich, soweit das Riffert beurteilen kann, über die Weihnachtspause nicht dem süßen Faulenzen hingegeben, „es sieht nicht so aus, als dass einer sechs Wochen lang gar nichts gemacht hat“, findet der Trainer. Dennoch ist Riffert nicht vollkommen sorgenfrei. Kapitän Tim Schlichting fehlt auf dem Platz in Heimderdingen, der Abwehrspieler kämpft seit Wochen mit Rückenschmerzen, nun hat eine Untersuchung ergeben: Schlichting hat einen Bandscheibenvorfall, wie lange der Spielführer ausfällt, weiß niemand. Christian Stagel-Alberto fehlt wegen seines Handbruchs, der Mittelfeldmann steigt aber schon nächste Woche ins Training ein.

Mit dabei sind die Neuzugänge Altin Veseli (Nordmazedonien) und Collins Oniha (Calcio Leinfelden-Echterdingen). „Damit haben wir in der Verteidigung mehr Optionen“, betont Daniel Riffert. Bevor das Flutlicht um 21 Uhr ausgeschaltet wird, gibt’s noch ein ausgiebiges Spielchen. Ganz so entspannt werden die nächsten Einheiten nicht.