Verkehrslenkung in Waiblingen Neuer Kreisel soll Radelnden mehr Schwung verleihen

Radlerinnen und Radler sollen es in der Stuttgarter Straße bequemer haben. Foto: Gottfried Stoppel

Die Stadt Waiblingen will die Stuttgarter Straße durch eine Fahrradstraße, Radstreifen, mehr Grün und einen Kreisverkehr beim Fachmarktzentrum aufwerten.

Der grüne Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann war im vergangenen Jahr bester Laune. Denn die am 12. Mai begonnene elfwöchige Sperrung der S-Bahn-Strecke zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt hatte auch ihr Gutes. Zahlreiche Pendler sattelten um aufs Fahrrad oder aufs E-Bike. Gefördert wurde dieser Umstieg durch einige Verbesserungen für Radfahrende, etwa den Pop-up-Radweg in der Stuttgarter Straße in Waiblingen. In Fellbach wiederum wurde an neuralgischen Stellen ein „roter Teppich“ aufgepinselt, etwa an der Einfahrt zum Schnellrestaurant McDonald’s oder auf der Strecke entlang des Schwabenlandtowers.

 

1000 Radelnde täglich in der Stuttgarter Straße

Der Zuwachs wurde auch statistisch untermauert. Zählstellen beim Obi ergaben eine Zunahme von rund 400 Radlern pro Tag (in beide Richtungen) vor der Bahnsperrung auf rund 1000 nach Einführung des Pop-up-Radwegs. In Fellbach erfasste eine von der Initiative Radkultur installierte Zählstation mehr als 30 000 Fahrten während des Gesamtzeitraums der Sperrung. „Der Umstieg aufs Rad hat tausendfach geklappt“, schwärmte Hermann, „dies ist ein Paradebeispiel, wie viel man mit Radverkehrsförderung erreichen kann.“

Welche Verbesserungen dauerhaft in Waiblingen vorgesehen sind, haben die Rad-Verantwortlichen im Rathaus nun im Studio des Bürgerzentrums rund 50 Interessenten ausführlich vorgestellt. Moderiert wurde der zweieinhalbstündige Abend durch Vertreter des Stuttgarter Instituts für Stadtplanung und Sozialforschung Weeber und Partner.

Klarere Verkehrsführung durch neuen Kreisel

Die augenfälligste Änderungen betrifft den Knotenpunkt Stuttgarter Straße/Ziegeleistraße an der Einfahrt zum Fachmarktzentrum. Die große Kreuzung samt Ampelregelung wird nach Angaben des Radkoordinators und Projektleiters Anselm Kick ersetzt durch einen Kreisverkehr mit einem 2,5 Meter breiten Radweg im Seitenraum. Der Kreisel reduziert die Menge an Spuren und bringt somit eine klarere Verkehrsführung. „Hiervon profitiert der Radverkehr besonders, da die Fahrtzeiten aus und nach Fellbach mit dem Rad deutlich kürzer werden.“

Vor allem der westliche Bereich der Stuttgarter Straße ist derzeit noch gekennzeichnet durch eine 17 Meter breite „überdimensionierte Straßenfläche“. Das eröffnet auf Höhe des Baumarkts Chancen für zweieinhalb Meter breite Radstreifen und einen drei Meter breiten Grünstreifen auf beiden Seiten der Stuttgarter Straße. Die Busbucht bei OBI wird durch ein barrierefreies Buskap ersetzt.

Zehn Parkplätze fallen weg, da sind Anwohnerproteste möglich

Nahe der Einfahrt in die Siedlung Beim Wasserturm und der Gänsäckerstraße werden die Querparkplätze durch Längsparkplätze ersetzt, weshalb zehn Parkplätze wegfallen – das könnte noch so manchen Anwohnerprotest auslösen.

Ansonsten wird der mittlere Bereich der Stuttgarter Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Das bedeutet: maximal Tempo 30, nur noch Anlieger dürfen mit dem Auto dort unterwegs sein. Kicks klare Aussage: „Es kann dann nicht mehr durchgefahren werden nach Fellbach.“ Und, ebenso interessant: „Radfahrenden ist es dort erlaubt, nebeneinander zu fahren.“

Die Stuttgarter Straße stellt künftig als eine der Hauptfahrradrouten für Pendler die direkte Anbindung zwischen Waiblingen, Fellbach und Stuttgart dar. Und sie dient als Verknüpfung zwischen den Radschnellwegen aus dem Remstal (RS5) beziehungsweise aus Ludwigsburg (RS8) – für Letzteren ist übrigens in Verlängerung der Inneren Weidach eine neue Brücke für Radler über die Gleise angedacht, eine Realisierung dürfte allerdings noch in weiter Ferne liegen.

Anwohner der Jesistraße befürchten Zusatzverkehr vor ihrer Haustür

Bei der Diskussion äußerten sich Anwohner der Jesistraße kritisch zu der vorgesehenen Sperrung der Stuttgarter Straße für durchfahrende Autos. Diese müssten nun alle außen herum und somit an ihren Häusern vorbei. Weitere detaillierte Anmerkungen werden ansonsten in die Überlegungen zur Stuttgarter Straße einfließen.

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