Vor allem die Spieler Christian Gentner, Arthur Boka und Stefano Celozzi sind mit ihrer aktuellen Situation beim VfB Stuttgart unzufrieden.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Stuttgart - Die Namen der elf vom VfB-Trainer Bruno Labbadia Auserwählten für die Startaufstellung sind in den vergangenen Wochen (fast) immer dieselben gewesen: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal, Okazaki - Cacau, so lautet die eingespielte Stammelf, während Christoph Hemlein, Ibrahima Traoré und Timo Gebhart zuletzt in Mainz unter den Einwechselspielern erste Wahl gewesen sind.

Neben den Akteuren im Kader der Stuttgarter, die aufgrund von Verletzungen noch gar nicht gespielt haben (Matthieu Delpierre, Georg Niedermeier, Johan Audel, Julian Schieber und Ermin Bicakcic), gibt es auf dem Wasen auch den Club der Enttäuschten. Ihm gehören jene Profis an, die topfit sind, regelmäßig trainieren, aber aktuell dennoch keine Rolle spielen.

Gentner "mit ganzem Herzen dabei"

Christian Gentner Für den VfB-Manager Fredi Bobic ist die Personalie des gebürtigen Nürtingers eine ganz Besondere. "Es gibt in unserem Kader kaum einen anderen, der sich so mit dem Verein identifiziert", sagt Bobic, "und der im Team einen so hohen Stellenwert hat." Das Problem im Fall des Deutschen Meisters von 2007 (mit Stuttgart) und 2009 (mit Wolfsburg) ist ein allerdings ein sehr vielschichtiges.

Da sind zunächst die Teile des Heimpublikums, die mit Gentners Spielweise nicht klarkommen - und ihn Mitte September bei seiner Auswechslung gegen Hannover trotz einer 1:0-Führung (Endstand: 3:0) ausgepfiffen haben. "Diese extrem kritische Bewertung hat ihn runtergezogen", sagt Bobic über den Mittelfeldmann, der vor sechs Wochen gegen den Hamburger SV (1:2) letztmals in der Startelf stand.

"Ich bin weiter mit ganzem Herzen dabei", sagt Gentner, "es gibt niemanden im Verein, der mir vorwirft, dass ich mich hängen lasse." Vom Einsatz ist auch Bobic angetan: "Er hat das Pech, dass die Kollegen auf seinen Positionen gut spielen." Ein vorzeitiger Wechsel Gentners, der das Gespräch mit dem Trainer suchen will, ist daher trotz Vertrags bis 2013 nicht ausgeschlossen.

Platz für neue Kräfte schaffen

Arthur Boka Der Ivorer hatte Mitte September ein Training verschlafen ("Das ist mir einmal passiert und wird nicht mehr vorkommen") und spendierte als Wiedergutmachung auf seine Kosten 1500 Eintrittskarten für das nächste VfB-Heimspiel gegen den FC Augsburg, die an Jugendliche verteilt wurden. "Bei Arthur ist die Konstanz das größte Problem. Bei ihm gibt es oft zu große Schwankungen", sagt Fredi Bobic über den 1,66 Meter kleinen, kraftvollen Linksverteidiger, der 2006 von Racing Straßburg zum VfB kam - sich aber nie als echte Stammkraft etablieren konnte.

"Ich finde, dass Stuttgart mit Cristian Molinaro und Arthur Boka links sehr gut besetzt ist. Da gibt es ein Luxusproblem", sagt Bokas Berater Rusmir Dzebic, "Arthur ist natürlich angefressen, dass er zuletzt zweimal auf der Tribüne gesessen ist. Sonst hätte er ja seinen Beruf verfehlt. Aber er ist voll motiviert." Bei den Spielen gegen Dortmund und in Mainz war Boka als letzter Akteur aus dem 18-Mann-Kader des VfB gestrichen worden.

"Das war nichts gegen ihn persönlich, sondern situationsbedingt. Er hätte eine Nominierung verdient gehabt", sagt Fredi Bobic über den ivorischen Nationalspieler, dessen Vertrag im Sommer 2012 ausläuft. Dennoch spricht derzeit wenig dafür, dass Boka, der mit dann 29 Jahren seinen letzten großen Vertrag abschließen möchte, darüber hinaus in Stuttgart bleibt. Schließlich will der Bundesligist in seinem Kader Platz für neue Kräfte schaffen - und Bokas Berater Dzebic sagt: "Der VfB ist unser Ansprechpartner Nummer eins. Aber ein Wechsel ist auch eine Alternative."

Celozzis Urteil ist gefällt

Stefano Celozzi Anders als der Kollege Boka auf der linken Seite duelliert sich der ehemalige Karlsruher mit der Stammkraft auf rechts, dem niederländischen Nationalespieler Khalid Boulahrouz, nicht auf Augenhöhe. "Der Boula ist da klar vorne", sagt Fredi Bobic, der Celozzi bereits im Sommer abgegeben hätte. Allerdings fand sich kein Abnehmer, der sowohl für den Spieler wie für den VfB akzeptabel gewesen ist.

"Ich kann den Celo nur loben", sagt der Manager über den 23-Jährigen, der in den Konditionseinheiten stets vorneweg läuft "er hängt sich immer voll rein und lässt sich nie gehen". Dennoch hat die sportliche Leitung ihr Urteil über den Deutschitaliener, der bei seinem einzigen Saisoneinsatz in Berlin gut spielte, bereits gefällt: Stefano Celozzi, 2009 für 2,5 Millionen Euro Ablöse vom KSC gekommen, ist durchgefallen und wird spätestens im Sommer, wenn der Vertrag ausläuft, den VfB verlassen.