VfB Stuttgart II vor Regionalliga-Derby Die SG Sonnenhof Großaspach und die neue Last der Favoritenbürde

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Sechs Jahre lang spielte die SG Sonnenhof Großaspach in der dritten Liga – fast immer als Außenseiter. Mit dem Abstieg hat sich das geändert. Vor dem Derby gegen den VfB II scheint die SG die neue Rolle langsam anzunehmen.

Julian Leist (li.), der Kapitän der SG Sonnenhof Großaspach,  im Duell mit Benedict Hollerbach (inzwischen beim SV Wehen Wiesbaden): Am 5. August gewann die SG im WFV-Pokal-Viertelfinale der Saison 2019/20 beim VfB II mit 1:0. Foto: Baumann
Julian Leist (li.), der Kapitän der SG Sonnenhof Großaspach, im Duell mit Benedict Hollerbach (inzwischen beim SV Wehen Wiesbaden): Am 5. August gewann die SG im WFV-Pokal-Viertelfinale der Saison 2019/20 beim VfB II mit 1:0. Foto: Baumann

Stuttgart - Zuletzt ging es aufwärts: Aus zwei Spielen holte der Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach mit dem 3:1 gegen den SSV Ulm 1846 und dem 1:1 beim 1. FC Gießen immerhin vier Punkte. Doch insgesamt sieht die Zwischenbilanz für den Absteiger ziemlich mau aus: Neun Spiele, zwei Siege, zwei Unentschieden, fünf Niederlagen, Platz 18 (von 22 Teams). „Wir hinken unseren Erwartungen hinterher, da braucht man nichts schönzureden“, sagt der Kapitän Julian Leist (32) vor dem Heimspiel an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II.

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Woran das liegt? Für den erfahrenen Innenverteidiger, der demnächst seine Abschlussprüfungen zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert, hat es auch ein wenig mit dem Perspektivwechsel zu tun. Sechs Jahre lang spielte die SG Sonnenhof Großaspach zuvor in der dritten Liga. So gut wie immer ging der selbst ernannte „Dorfklub“ als Außenseiter in die Spiele. Das hat sich grundlegend geändert: In der Regionalliga gehört die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen nun zu den Favoriten. „Die Gegner überlassen uns oft den Ball, nach dem Motto macht ihr mal“, stellt Leist fest und ergänzt: „Die Kleinen wollen uns ärgern, das hat jedesmal etwas von einem WFV-Pokal-Spiel.“

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An die neue Rolle musste sich das Team aus dem Fautenhau erst gewöhnen. Einer dagegen hatte wenig Probleme, sich in der neuen Umgebung zu akklimatisieren: Marvin Cuni, die Leihgabe von Drittligist FC Bayern München II. Sieben Tore hat der Offensivmann mit den albanischen Wurzeln bereits für die SG erzielt. Der 19-Jährige ist schnell, dribbelstark und eiskalt vor dem Tor. Das will er auch an diesem Mittwoch gegen den VfB II zeigen, der mit der Empfehlung eines 6:2-Kantersieges gegen den Bahlinger SC nach Aspach kommt. „Die zweiten Mannschaften können alle super kicken, sie sind Wundertüten, die an einem guten Tag ihre Gegner herspielen“, sagt Leist. Trainer Boysen ergänzt: „Ich erwarte ein sehr ebendiges Spiel, von zwei auf Sieg spielenden Mannschaften.“ Und auch wenn es das Duell Absteiger aus der dritten Liga gegen Aufsteiger aus der Oberliga ist, einen richtigen Favoriten gibt es in dem Derby nicht.




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