VfB Stuttgart Trauer um Karl Bögelein

Von Dirk Preiß 

Er war Meister und Pokalsieger mit dem VfB Stuttgart, später Trainer und Ehrenrat. Nun ist Karl Bögelein im Alter von 89 Jahren gestorben.

Interimstrainer beim VfB Stuttgart in der Saison 1974/75: Der nun verstorbene Karl Bögelein Foto: Baumann
Interimstrainer beim VfB Stuttgart in der Saison 1974/75: Der nun verstorbene Karl Bögelein Foto: Baumann

Stuttgart - Er erlebte große Zeiten des VfB Stuttgart und gestaltete sie maßgeblich mit – deswegen großspurig durch die Lande zu ziehen, das war Karl Bögelein aber immer fremd. Stattdessen verwies er lieber stets auf das, was seiner Ansicht nach eben auch dazugehört, wenn man im Fußball Erfolge feiern möchte: „Ziemlich viel Glück.“ So sah er das damals, 1952, als den Torhüter ganz Stuttgart nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft als Final-Helden von Ludwigshafen (3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken) feierte. Und auch seine Erfolge als Nachwuchstrainer, 1973 gewann er als Coach der A-Junioren des VfB den Meistertitel kommentierte er noch vor drei Jahren ähnlich: „Man braucht halt auch ein bisschen Glück.“ Und eben doch auch: Einen bärenstarken Keeper.

Der war Karl Bögelein seit den 50-er Jahren – obwohl er das Handwerk des Torhüters zunächst gar nicht gelernt hatte. „Böges“, wie ihn später alle nannten, kickte in seiner Heimatstadt Bamberg. Und erst, als der eigentliche Keeper einmal fehlte, sprang er ein. Warum? „Ich war der Größte.“ Und er hat es nie bereut, dass sich in den Kasten gestellt hat.

Bögelein über den VfB: „Meine schönste Zeit“

Bei einem Spiel in Degerloch wurde er vom VfB entdeckt, 1951 kam er nach Stuttgart, bis 1957 kickte er für die Roten und sagte später über diese Jahre: „Meine schönste Zeit.“ Kein Wunder, folgte dem Meistertitel von 1952 doch noch eine Vizemeisterschaft 1953 und der Pokalsieg 1954. Ein Länderspiel (1951 gegen Luxemburg) hat er zudem bestritten – wobei für seine Karriere in der Nationalmannschaft ausnahmsweise gilt: Da hatte er kein Glück. Sondern „das Pech, dass es damals einen Toni Turek gab“. Karl Bögelein blickte nach der aktiven Karriere dennoch zufrieden zurück – und blieb dem VfB treu.

Als Nachwuchscoach, als Trainer der Amateure, und auch zweimal als Übergangslösung auf der Trainerbank in der ersten und zweiten Liga. Später übernahm er einen Sitz im Ehrenrat des Clubs und blieb selbst aktiv. Bei den Montagskickern – das regelmäßige Treffen ehemaliger VfB-Spieler initiierte er einst – und als Tennisspieler in Obertürkheim.

Am Dienstag nun starb Karl Bögelein in einem Pflegeheim, er wurde 89 Jahre alt, in der kommenden Woche soll er in Untertürkheim beigesetzt werden. Der VfB Stuttgart will ihn „in ehrendem Gedenken“ halten. Als einen seiner Größten.