Vizepräsidenten des Bundestags AfD-Kandidat Glaser in drei Wahlgängen durchgefallen

Von red/dpa 

Die anderen Fraktionen lassen den AfD-Kandidaten Glaser bei der Wahl für das Amt des Vizepräsidenten des Bundestags auflaufen. Seine Haltung zum Islam ist für sie nicht akzeptabel.

AfD-Politiker Albrecht Glaser ist bei drei Wahlgängen durchgefallen. Foto: AFP
AfD-Politiker Albrecht Glaser ist bei drei Wahlgängen durchgefallen. Foto: AFP

Berlin - Der AfD-Politiker Albrecht Glaser ist als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten des Bundestags auch im dritten Wahlgang durchgefallen. Der 75-Jährige erhielt am Dienstag in Berlin 114 von 685 abgegebenen gültigen Stimmen, 545 stimmten mit Nein, 26 Abgeordnete enthielten sich.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) beendete im Anschluss die Sitzung. Die AfD könnte in einer der nächsten Bundestagssitzungen einen erneuten Anlauf nehmen, einen Vizepräsidenten wählen zu lassen. Ob die Fraktion dazu erneut Glaser oder einen neuen Kandidaten vorschlagen würde, blieb zunächst offen. Schäuble kündigte an, die nächste Bundestagssitzung werde in der 47. Kalenderwoche vom 20. November an stattfinden. Der genaue Termin ist noch offen.

Union und SPD hatten bei der Wahl schwere Stimmeneinbußen hinnehmen müssen

Bereits im ersten Durchgang waren Ex-SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der frühere Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), FDP-Vize Wolfgang Kubicki, die bisherige Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau von der Linken sowie die bisherige Vizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen gewählt worden. Der 75 Jahre alte Schäuble erhielt in der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments 501 von 704 abgegebenen gültigen Stimmen. 173 votierten mit Nein, 30 enthielten sich. Eine Stimme war ungültig.

Der 19. Bundestag war am 24. September gewählt worden. Union und SPD hatten schwere Stimmeneinbußen hinnehmen müssen. Die FDP war nach vier Jahren wieder ins Parlament eingezogen. Erstmals hatte die AfD den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. CDU, CSU, FDP und Grüne sind derzeit in Gespräche über die Bildung eines Jamaika-Bündnisses. Die Sondierungen sollten am Abend nach der Bundestagssitzung fortgesetzt werden.




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