Volleyball – Allianz MTV Stuttgart Schlechter Abschluss, rosige Aussichten

Von Dominik Florian 

Auf höchstem Niveau kommt es auch im Volleyball auf Kleinigkeiten an. Gegen Schwerin fehlt Allianz MTV Stuttgart im letzten Satz die Kraft. Dennoch überwiegt die Freude über das beste Jahr der Vereinsgeschichte.

Martina Samadan, Krystal Rivers  (beide MTV) gegen Schwerins Greta Szakmáry (v. re.): Am  Ende  fehlt  Stuttgart die Kraft. Foto: Baumann
Martina Samadan, Krystal Rivers (beide MTV) gegen Schwerins Greta Szakmáry (v. re.): Am Ende fehlt Stuttgart die Kraft. Foto: Baumann

Stuttgart - In der Scharrena gingen am Samstagabend die Lichter aus. Doch nicht lange, denn die 2251 Zuschauer knipsten ihre Smartphones an und wippten rhythmisch zu Weihnachtsklängen mit. Und auf dem Spielfeld drehten sich die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart mitsingend im Kreis und bedankten sich mit einem Transparent bei ihren Fans für das so erfolgreiche 2019. Dass es mit der 1:3 (25:23, 22:25, 23:25,13:25)-Niederlage gegen den SSC Palmberg Schwerin keinen perfekten Abschluss gab, bremste die Feierstimmung zwar ein wenig, letztlich überwog aber die Freude über das sportlich beste Jahr der Vereinsgeschichte, gekrönt mit dem ersten Meistertitel.

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„Natürlich tut so eine Niederlage immer weh, aber wir haben unsere Ziele in allen drei Wettbewerben erreicht, das macht mich stolz“, sagt MTV-Sportchefin Kim Renkema und fügt hinzu: „Und natürlich Lust auf mehr.“ Denn obwohl das neue Volleyballjahr erst mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen den USC Münster am 15. Januar beginnt, starten die Stuttgarterinnen bereits in zehn Tagen wieder in die Vorbereitung für die Rückrunde. Zwar erwartet den deutschen Meister dann in Liga, Pokal und Champions League ein echtes Mammutprogramm, die Ausgangslage ist in allen drei Bewerben aber günstig.

Bundesliga

Mit der zweiten Saisonniederlage gegen Schwerin verlor der MTV die Tabellenspitze an den aktuellen Pokalsieger, machte in dem engen Match aber deutlich, dass die beiden Topteams der Liga auch in dieser Spielzeit auf Augenhöhe liegen. „In den Duellen kommt es auf Kleinigkeiten an, heute hat uns im letzten Satz die Kraft gefehlt“, sagt Renkema. Mit Blick auf die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ist das Erreichen des ersten Platzes, der in der Finalserie bis zu drei Heimspiele garantiert, für die Stuttgarterinnen deshalb auch ein großes Plus auf dem Weg zu einer möglichen Titelverteidigung. „Die eigene Halle und die Fans waren im vergangenen Jahr ein großer Faktor für den Erfolg“, betont die Niederländerin. Und klar ist: Will der MTV die Spitzenposition erreichen, darf er sich in den neun Rückrundenspielen keine Schwächephase erlauben. Und das sei gar nicht leicht, unterstreicht Trainer Giannis Athanasopoulos. „Die Hinrunde hat gezeigt, dass die Liga noch stärker geworden ist“, sagt der 41-Jährige, „Potsdam hat zur Spitze aufgeschlossen und Aachen, Dresden und Vilsbiburg sind auch brandgefährlich.“

Pokal

Vergleichsweise kurz ist dagegen der Weg im DVV-Pokal. Nach dem 3:2 gegen Schwerin im Halbfinale fehlt nur noch ein Sieg zum ersten Titel der Saison. Und obwohl das Endspiel gegen den Dresdner SC in der Mannheimer SAP-Arena noch sechs Wochen entfernt liegt, wirft der erste Saisonhöhepunkt schon seine Schatten voraus. So wird der Ticketverkauf kräftig angekurbelt, damit der Stimmungsbonus in der Halle die bereits gute Ausgangslage noch besser macht. In der Bundesliga fegte der MTV den Tabellenfünften mit 3:0 vom Feld. Dennoch bremsen die Verantwortlichen die Erwartungen. „Pokalspiele sind immer speziell, die Chancen stehen 50:50“, blickt Athanasopoulos voraus, wohl wissend dass die Favoritenrolle bei seinem Team liegt.

Champions League

In der Königsklasse würde sich der einzige deutsche Vertreter dagegen auch mit dem zweiten Platz nach der Gruppenphase zufrieden geben. Mit sieben Punkte führt die Mannschaft um Kapitänin Krystal Rivers die Gruppe C an. Während Titelverteidiger Igor Gorgonzola Novara (fünf Punkte) weiter heißester Anwärter auf Rang eins ist, visiert der MTV zumindest den zweiten Platz an. Die drei besten Gruppenzweiten qualifizieren für die Runde der letzten Acht. „Wenn wir die Heimspiele gegen Juschne und Lodz gewinnen, stehen die Chancen aufs Viertelfinale bei 80 Prozent“, sagt Sportchefin Kim Renkema.