Waiblingen trifft Simbabwe in einem Buchprojekt Begegnung verändert mehr als ein Leben
Klaus Kopp aus Waiblingen schreibt gemeinsam mit seiner Patentochter Loice Nyangari aus Simbabwe ein Buch über ein junges Leben in Afrika.
Klaus Kopp aus Waiblingen schreibt gemeinsam mit seiner Patentochter Loice Nyangari aus Simbabwe ein Buch über ein junges Leben in Afrika.
Klaus und Karin Kopp aus Waiblingen und ihre Patentochter Loice Nyangari aus Simbabwe sind ein Herz und eine Seele. In dem Buch „Loice“, das im Herbst im Eigenverlag erscheint, erzählen sie die Geschichte einer Begegnung, die nicht nur das Leben der jungen Afrikanerin verändert hat.
Loice Nyangari hat keinen einfachen Start ins Leben: Als Waise lebte sie erst bei der Großmutter, dann bei Großtante und Großonkel. „Das Buch erzählt die Geschichte von Loice, fast ohne Familie, und von unserer Familie – und nun ist es die Geschichte einer gemeinsamen Familie“, sagt Klaus Kopp. Auch Gedichte von Loice Nyangari sind zu lesen, in denen sie einfühlsam, traurig, offen und doch optimistisch als junge Frau auf ihr Leben und auf die Welt da draußen blickt. Das Buch, das mit Fotos von Klaus Kopp illustriert ist, soll helfen, ihr Studium zu finanzieren. Die 21-Jährige studiert nach bestandenem Abitur Entwicklungsplanung und Management an der Midlands State University in Gweru. „Ich möchte die Liebe und Unterstützung, die ich erhalten habe, an andere arme oder in Not geratene Menschen in Simbabwe weitergeben“, sagt die heute 21-jährige Patentochter, die dieser Tage zu Besuch bei den Kopps war.
Eigentlich sei Simbabwe, in dem es damals wie heute fast 90 Prozent Arbeitslosigkeit gibt, vor 15 Jahren nicht auf ihrem Reiseplan gestanden, erzählen die Kopps. Doch unverhofft landeten sie in Simbabwe statt in Sambia. Und weil eine Woche vor ihrem Abflug nach Afrika Schwester Katharina bei einer Veranstaltung der Kernen-Masvingo-Gesellschaft, in der sich die Kopps engagieren, über ihre Arbeit mit den Waisenkindern in Bondolfi berichtet hatte, einer Missionsstation mitten im Busch, rund 35 Kilometer von der Partnerstadt Masvingo entfernt, fuhren sie dorthin.
Schwester Helen, Oberin der Heilig Kreuz Schwestern in Bondolfi, wiederum fuhr sie an einem der nächsten Tage zu fünf kleinen Hütten „irgendwo am Rande der Zivilisation“, wo die damals siebenjährige Loice lebte, die, wie viele andere Kinder in dieser Gegend, jeden Morgen eineinhalb Stunden auf einsamen Wegen durch das Buschland in die Schule und abends wieder zurück lief.
Von Anfang an wollten die Kopps „mehr als nur eine Patenschaftsurkunde“. Doch die Kontakte zu dem rund 12 000 Kilometer entfernten Patenkind entwickelten sich in den ersten Jahren schwierig und nur über Briefe. Erst ein gebrauchtes Handy und eine mit 20 US-Dollar aufgeladene SIM-Karte waren 2019 der Beginn einer neuen Beziehung. „Seitdem tauschen wir uns täglich über WhatsApp aus“, sagt Klaus Kopp. Nun ist ein Buchprojekt über diese besondere Familienbeziehung entstanden, die mehr als nur das Leben von Loice Nyangari verändert hat. „Und das Buch soll auch vielen Menschen in Afrika Mut und Hoffnung spenden – nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagt Klaus Kopp