Waldenbuch Damit es leiser wird für Anwohner

Von Claudia Barner 

Klagen über zu viel Verkehrslärm gibt es viele im Waldenbucher Rathaus. Nun will die Stadt mit den Bürgern einen Maßnahmenkatalog gegen Lärm erarbeiten. Doch nur wenige wollen mitmachen.

Tempo-30-Regelungen sind eine Möglichkeit, damit es leiser wird. Foto: dpa/Felix Kästle
Tempo-30-Regelungen sind eine Möglichkeit, damit es leiser wird. Foto: dpa/Felix Kästle

Waldenbuch - Die Klagen der Bürger über den Verkehrslärm gehören im Waldenbucher Ordnungsamt zum Alltag. Hier stören röhrende Motorräder am Wochenende, dort wird zu schnell gefahren. Die aktualisierten Berechnungen zeigen: Vor allem an den Hauptverkehrsachsen in Richtung Steinenbronn und Tübingen sowie ins Aichtal ist die Belastung deutlich messbar. Ein neues Maßnahmenpaket soll jetzt Entlastung bringen. Doch das Interesse der Waldenbucher an den Empfehlungen der Ingenieure scheint deutlich geringer zu sein als die Bereitschaft, sich im Rathaus zu beschweren.

Bei der öffentlichen Vorstellung der Lärmaktionsplanung saßen am Mittwochabend nur 17 Personen im Publikum, davon sechs Stadträte und Ex-Stadträte. „Das ist doch traurig“, sagte ein Teilnehmer, der sich seit Jahren dafür einsetzt, dass es vor seiner Haustür ruhiger wird. Tatsächlich war die Veranstaltung dazu gedacht, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklung des Konzepts einzubinden. „Wir haben Vorschläge gemacht, die wir für umsetzbar und realistisch halten“, sagte der Ingenieur Uwe Frost. Jetzt gehe es darum, die Maßnahmen mit den Menschen zu besprechen und deren Anregungen aufzunehmen.

Die Ingenieure empfehlen verschiedene Maßnahmen

Alle fünf Jahre muss der Lärmaktionsplan fortgeschrieben werden. In der Schönbuchstadt ist es die dritte Runde. Einbezogen werden nur jene Straßen, in denen im jährlichen Durchschnitt mehr als 8200 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sind. „Diese Voraussetzung erfüllen in Waldenbuch lediglich die Stuttgarter Straße und die Tübinger Straße bis zum Kreisel am Weilerberg sowie die Nürtinger Straße vom Stadteingang bis zur Kronenkreuzung“, erklärte Uwe Frost. Die Alfred-Ritter-Straße, die Gartenstraße, die südliche Tübinger Straße und die Verbindungen rund ums Krone-Areal würden aber trotzdem als freiwillige Ergänzung aufgenommen.

Für die kommenden Jahre empfehlen die Ingenieure folgende Maßnahmen: Einen Blitzer oder Verkehrsteiler an der Stadteinfahrt aus Richtung Steinenbronn sowie eine Temporeduzierung auf 30 Kilometer in der Stunde zwischen der Einmündung der Echterdinger Straße und dem Apotheken-Kreisel in den Nachtstunden. Auch einen zusätzlichen Kreisverkehr am Farrenstall halten die Experten für ein Mittel zur Lärm- und Temporeduzierung. „Wir können den Verkehrsfluss damit verstetigen und die Geschwindigkeit auf etwa 35 Kilometer in der Stunde herunterbrechen“, stellte Uwe Frost in Aussicht. Außerdem könne der Verkehrsfluss an der Kronenkreuzung durch eine abknickende Vorfahrtsregelung verbessert werden.

Für die Nürtinger Straße gibt es zusätzliche Empfehlungen, die auf den bereits ergriffenen Maßnahmen aufbauen. Dazu gehören ein Verkehrsteiler oder Blitzer am östlichen Stadteingang, eine dauerhafte Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 und die Verschiebung der Fahrbahn Richtung Aich im Zuge der geplanten Fahrbahnsanierung. Auch von der Umwidmung des Teilstücks zwischen Kronenkreuzung und Esso-Tankstelle in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich versprechen sich die Planer eine deutliche Entlastung der Innenstadtbewohner.

Auch die Bürger haben Ideen

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger berichteten von eigenen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich: Die Einführung von Tempo 30 an der Nürtinger Straße hat bereits Wirkung gezeigt. Allein mit der Aufstellung von Schildern sei es jedoch nicht getan. „Ein optisches Signal oder ein Hindernis kann den Effekt deutlich verstärken“, berichtete ein Anwohner. So habe sich zum Beispiel die Tempo-Anzeige-Tafel am östlichen Stadteingang als äußert hilfreich erwiesen. Es gebe nur wenige, die danach wieder beschleunigen würden.

Wer die öffentliche Diskussion in der Oskar-Schwenk-Schule versäumt hat, kann auch weiterhin eigene Ideen zum Lärmaktionsplan einbringen oder sich über dessen Inhalt informieren. Vom 20. Juli bis 23. August liegt der Planentwurf im Alten Rathaus aus. Außerdem kann er über die Homepage der Stadt unter www.waldenbuch.de abgerufen werden. Im September dann will sich der Gemeinderat mit den eingegangenen Anregungen beschäftigen.




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