Zum Jahresende Warum feiern wir überhaupt Silvester?

Nach Weihnachten ist Silvester unser Lieblingsfesttag. An Weihnachten wird die Geburt Christi gefeiert und an Silvester? Foto: Yulia Grigoryeva / Shutterstock.com
Nach Weihnachten ist Silvester unser Lieblingsfesttag. An Weihnachten wird die Geburt Christi gefeiert und an Silvester? Foto: Yulia Grigoryeva / Shutterstock.com

Egal ob in Sydney, Paris oder Stuttgart. Am Ende jeden Jahres um Punkt 0 Uhr wird weltweit ein buntes Feuerwerk am Himmel entfacht und es wird ein letztes Mal noch richtig gefeiert. Aber warum feiern wir überhaupt „Silvester“?

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Für viele bedeutet Silvester der Abschied eines vergangenen Jahres und wird mit Familie und Freunden gefeiert. Jedes Jahr werden bis zu 2050 Tonnen Feinstaub durch Feuerkörper in den Himmel gefeuert. Um das Fest auch angemessen zu feiern, greifen viele Deutsche auch gerne tief in die Tasche, denn jährlich werden laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) über 120 Mio. Euro für das Feuerwerk ausgegeben.

Woher kommt der Name „Silvester“?

Auch wenn das Jahresendfest heute keinen großen religiösen Bezug mehr hat, stammt der Name „Silvester“ vom römischen Papst Silvester I. Dieser wurde am 31. Dezember zum Papst ernannt und starb 21 Jahre später am selben Tag im Jahr 335. Damals galt der 24. Dezember im julianischen Kalender noch als letzter Tag des Jahres und wurde 1582 mit der Ablösung des gregorianischen Kalenders auf den 31. Dezember verlegt. Der damals amtierende Papst Gregor XIII erinnerte sich an den inzwischen heiliggesprochenen Papst Silvester und ernannte den offiziellen letzten Tag des Jahres nach dem Heiligen.

Papst Silvester gilt nicht nur als Schutzpatron für Haustiere, welche seinen Schutz am letzten Abend des Jahres aufgrund der unruhigen Nacht mit Sicherheit gut gebrauchen könnten. Aus Legenden soll er auch dazu beigetragen haben, dass der erkrankte Kaiser Konstantin durch Handauflegen geheilt wurde. Der Kaiser ließ sich daraufhin von ihm taufen und ernannte ihn zum kirchlichen Oberhaupt.

Zudem lässt sich der Begriff „Silvester“ aus dem Lateinischen ableiten, hier bedeutet „silva“ so viel wie „Wald“. Folgend soll der Name „Silvester“ sich zu „Waldbewohner“ übersetzen lassen.

Warnsignal für böse Geister

Pink, Blau oder Grün – nie scheint der Himmel bunter und variationsreicher zu sein als am letzten Tag des Jahres. Doch der Einsatz von Feuerwerkskörpern hat mehr als nur einen anschaulichen Effekt am Himmel, er soll zugleich auch böse Geister mit enormem Lärm und grellen Farben abschrecken und somit zu einem glückvollen Start in das neue Jahr verhelfen. So hat man damals im Heidenvolk Holzstöcke angezündet und ordentlich Krawall gemacht, um Dämonen und Geister zu vertreiben.

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Skurrile Bräuche

Jedes Jahr wird sehr viel Aufwand in die Vorbereitung für Silvester gesteckt. Dabei hat jedes Land unterschiedliche Bräuche und Speisen, die an diesem Abend aufgetischt werden. In Deutschland gehört es sich, Blei zu gießen oder Raclette zu essen.

Ganz anders feiern zum Beispiel Chinesen das Jahresende. Sie feiern nicht wie der Großteil der Welt am 1. Januar Neujahr, stattdessen fällt der Festtag immer auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. Dieser Tag variiert zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar. Neujahr wird in China auch Frühlingsfest genannt und endet 15 Tage später mit dem Laternenfest. Alles ist in Rot verziert, da diese Farbe vor allem Pech und Böses fernhalten soll. In der alten chinesischen Mythologie glaubte man, dass ein Monster namens „Nian“, zum Neujahr sein Unwesen treibt und nur mit der Farbe Rot vertrieben werden könnte. In Erinnerung an diese Sage werden heute neben einem riesigen Feuerwerk auch Löwen- und Drachentänze veranstaltet.

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Brot statt Böller

Nicht nur zu Weihnachten können Sie Gutes tun. Auch der letzte Tag des Jahres kann genutzt werden, um anderen eine Bescherung zu ermöglichen. Anstatt Geld buchstäblich in die Luft zu schießen, können Sie stattdessen das Geld unter anderem auch Projekten wie der Hungersnot zukommen lassen. Das Hilfswerk „Brot für die Welt“ fordert jährlich den Kauf von Raketen gegen Brot für Bedürftige zu tauschen. Das Teilen soll auch weitaus mehr und dauerhafter Freude bringen als der kleine Spaßfaktor, der durch das Feuerwerk kurzfristig erzielt wird. Gleichzeitig kann man so umweltbewusster in das neue Jahr rutschen und sich noch dazu das nervige Kehren der Straßen am nächsten Tag ersparen.

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