Yannick Schulze, SPD-Chef in Ludwigsburg Frische Ideen sollen das Profil der SPD schärfen

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Yannick Schulze ist mit 23 Jahren schon SPD-Chef in Ludwigsburg. Er hat ziemlich klare Vorstellungen, wie es mit der Sozialdemokratie im Kreis weitergehen soll.

Yannick Schulze ist mit 17 Jahren in die SPD eingetreten. Jetzt führt er den SPD-Ortsverein und ist Chef der gut 200 Jusos im Kreis Ludwigsburg. Foto: factum/Bach
Yannick Schulze ist mit 17 Jahren in die SPD eingetreten. Jetzt führt er den SPD-Ortsverein und ist Chef der gut 200 Jusos im Kreis Ludwigsburg. Foto: factum/Bach

Ludwigsburg - Die Sozialdemokratie ist im Kreis Ludwigsburg eigentlich in einer tiefen Krise. Die letzten beiden Abgeordneten Claus Schmiedel und Thomas Reusch-Frey sind aus dem Landtag geflogen, die desaströsen 12,7 Prozent Stimmanteil bei der Landtagswahl schmerzen immer noch, die Partei ist überaltert und es fehlt am Profil. Ein Hoffnungsschimmer: immerhin zehn junge Menschen sind seit der März-Niederlage eingetreten.

Und die SPD hat in Ludwigsburg ein neues, 23 Jahre junges Gesicht: Yannick Schulze ist seit Juni der Vorsitzende des 250 Mitglieder starken SPD-Ortsvereins. Und das, obwohl er erst seit April in der Stadt wohnt – zuvor war er in seinem Heimatort Markgröningen bei SPD und Jusos aktiv. Ganz aus dem Nichts kommt der Aufstieg allerdings nicht: Seit 2012 ist Schulze bereits Juso-Kreisvorsitzender, er hat drei Wahlkämpfe mit organisiert – und offenbar gute Netzwerke auch mit den Ludwigsburger Genossen geknüpft.

Neue Strukturen im SPD-Ortsverein

Als Andrea Vogt nach zehn Jahren an der Spitze der Stadtpartei nicht mehr kandidierte, wurde Schulze von verschiedenen Seiten angesprochen. Es wurde sondiert, der 23-Jährige hat sich in der Gemeinderatsfraktion vorgestellt – und erhielt Unterstützung. Nun führt er den Ortsverein, gleichzeitig wurden die Strukturen verschlankt. Als „wohl einziger SPD-Ortsverein bundesweit“ (Schulze) gab es neben dem Vorstand noch einen Ausschuss, der alle zwei Monate getagt hat. Dieses schwerfällige Gremium wurde abgeschafft.

Das „Haus der SPD“ in der Bärenstraße, in dem neben dem Ortsverein auch die Fraktionen des Kreistags und Gemeinderats sowie die Jusos residieren, kann auch nach dem doppelten Mandatsverlust gehalten werden – eine wichtige Anlaufstation für die Partei. Ansonsten will Yannick Schulze das soziale Profil der Partei wieder schärfen. „Soziale Gerechtigkeit ist unser Herzensanliegen“, sagt der junge Mann.

Das zeigt sich in der Kommunalpolitik, wenn die SPD etwa für gebührenfreie Kinderbetreuung eintritt. Auch den Genossen auf Landes- und Bundesebene empfiehlt Schulze diesen Weg: „Wenn man in der IG Metall schon gefragt wird, warum man noch in der SPD ist, muss das zu denken geben.“ Wichtig sei es, nicht auf die Erfolge der Vergangenheit mit den Ikonen Willy Brandt und Helmut Schmidt zu schauen, sondern nach vorne. Eine Anmerkung hat der 23-Jährige dann noch: „Der Stinkefinger entspricht nicht der politischen Kultur der SPD.“ Eine leise Kritik an einem Auftritt des SPD-Chefs Sigmar Gabriel.

Jugendgemeinderat in Markgröningen und Ausbildungsvertreter

Yannick Schulze handelt aus Überzeugung. Mit 17 Jahren ist er in die SPD eingetreten, hat in Markgröningen eine Juso-Arbeitsgemeinschaft gegründet und als ersten Erfolg einen Grillplatz durchgesetzt. Als Juso-Kreisvorsitzender hat er den SPD-Nachwuchs bei der Kommunalwahl programmatisch gut aufgestellt und es erreicht, dass pro Jahr bis zu acht Prozent mehr Mitglieder eingetreten sind. Derzeit haben die Jusos im Kreis 200 Anhänger.

Beruflich arbeitet der 23-Jährige als Wirtschaftsingenieur bei Trumpf in Ditzingen, er ist dort auch Gesamt-Jugendausbildungsvertreter. Eine verantwortliche Aufgabe, die Schulze prägt – und in die politische Arbeit einfließen kann.

Bleibt die Frage, ob er nach diesem vielversprechenden Start auch ein politisches Mandat in einem Parlament anstrebt. Yannick Schulze lächelt: „Das wird die Zeit zeigen.“ Vielleicht wolle er 2019 für den Gemeinderat kandidieren. Für alles andere sei es jetzt ohnehin noch viel zu früh.




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