Bundestagswahl 2021 Wo die CDU am meisten verloren hat

Mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet (links) hat die CDU 2021 in allen Wahlkreisen weniger Zweitstimmenanteile geholt als unter Angela Merkel (rechts). Foto: dpa/Peter Kneffel
Mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet (links) hat die CDU 2021 in allen Wahlkreisen weniger Zweitstimmenanteile geholt als unter Angela Merkel (rechts). Foto: dpa/Peter Kneffel

Die CDU hat bei der Bundestagswahl 2021 eine schwere Niederlage erlitten – bundesweit, aber auch in Baden-Württemberg. Besonders schlimm war es in zwei Städten.

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - CDU und CSU haben bei der Bundestagswahl 2021 ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Verglichen mit dem Ergebnis von 2017 konnten die Unionsparteien in keinem einzigen Wahlkreis ihren Stimmenanteil erhöhen – auch nicht in Bayern, wo der Fast-Kanzlerkandidat Markus Söder (CSU) um Stimmen warb.

In diesem Beitrag analysieren wir, wo die Christdemokraten die meisten Stimmenanteile abgegeben haben. Bundesweit gingen vor allem im ländlichen Raum viele Stimmenanteile verloren. Der Verlust betrug bis zu 17 Prozentpunkte wie in Mecklenburg-Vorpommern. Je heller die Wahlkreise in der Karte, desto höher die Verluste von CDU und CSU:

Aachen und Nürnberg sind relativ dunkel, hier haben CDU und CSU kaum Stimmenanteile verloren. Der Spitzenkandidat Armin Laschet (CDU) kommt aus Aachen, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus Nürnberg. Beide haben allerdings nicht direkt als Bundestagsabgeordneter kandidiert, sondern auf Platz eins der Landesliste.

So schneidet die CDU in Baden-Württemberg ab

In Baden-Württemberg bleibt die CDU stärkste Kraft, muss aber auch hier schwere Verluste hinnehmen. Wir zeigen nun eine weitere Karte mit Wahlkreisen, die wir etwas stärker einfärben – damit die Unterschiede besser hervortreten.

Landesweit verlor die CDU 9,6 Prozentpunkte. Am geringsten waren die Verluste in den Wahlkreisen Göppingen und Waiblingen mit etwas mehr als 7 Prozentpunkten. Im Kreis Waldshut gingen dagegen mehr als 12 Prozent Stimmenanteile verloren. In Offenburg hatte die CDU keinen Amtsbonus: Zwar verteidigte der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sein Direktmandat. Bei den Zweitstimmen verlor die Union trotzdem mehr als im Landesschnitt.

In den Großstädten ist es für die CDU bitter

Zuletzt betrachten wir den tatsächlich errungenen Stimmenanteil der CDU in Baden-Württemberg – und zwar auf Gemeindeebene. Hier gehen die Werte deutlich auseinander. In genau drei kleinen Gemeinden hat die CDU noch die absolute Mehrheit der Stimmen geholt, nämlich in Grundsheim, Unterwachingen und Emeringen. In den Großstädten war sie dagegen chancenlos: Weniger als jeder fünfte Wähler Mannheim, Konstanz, Karlsruhe, Heidelberg, Freiburg und Tübingen gab der Partei die Zweitstimme.

Je heller eine Gemeinde in der Karte eingefärbt ist, desto geringer der CDU-Zweitstimmenanteil:

Auch bei den Erststimmen musste die CDU deutliche Verluste hinnehmen. 2017 waren noch alle Wahlkreise von CDU-Kandidatinnen und -Kandidaten gewonnen worden. Dieses Mal musste die Partei die Wahlkreise Stuttgart I, Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg den Grünen überlassen, Mannheim ging an die SPD. Hier geht es zur Übersicht der direkt gewählten Abgeordneten.

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