Zehn Jahre konnte jeder per App-Buchung elektrisch durch Stuttgart surren. Nun ist das Ende des Kleinstwagens aus dem Hause Daimler nahe.

Zehn Jahre lang haben sie die Landeshauptstadt bevölkert, nun ist das Ende der ausschließlich elektrisch betriebenen Smart aus der Flotte von Share Now nahe. Mit der Übernahme dieses Geschäftszweigs von Daimler und BMW durch den Mischkonzern Stellantis (Peugeot, Opel, Fiat, Chrysler u.a.) und dessen Carsharing-Organisation Free2Move werden die flotten Zweisitzer nicht mehr lange durch Stuttgart surren.

Der Wagen sei ideal für die Stadt gewesen, sagt ein Sprecher von Share Now, in der Kompaktklasse habe man „nicht viel Auswahl“. Allerdings ist diese in anderen Städten in Deutschland, in denen Share Now das nicht stationsgebundene Carsharing auch anbietet, schon seit Jahren deutlich größer als in Stuttgart. In München fährt natürlich BMW vor, aber auch der Frauenliebling Fiat 500 oder der Peugeot-Mini 208. Nur in Paris, Budapest und Amsterdam bieten die Oberklasse-Autobauer den Smart EQ Fortwo an, in Mailand und Turin rollt die benzinbetriebene Variante. Im Rest der 16 Städte, die Share Now zum europäischen Marktführer im Free-Floating Carsharing macht, ist die Flotte bunt gemischt.

Share Now orderte auch Fiat

Wie in Stuttgart haben in Kopenhagen alle Mietwagen eine Ladebuchse, sie stammen aber nicht nur aus dem BMW- oder Mercedes-Regal, sondern auch von Stellantis. Share Now bestückt seinen Kosmos notgedrungen auch aus den Fabriken der Konkurrenz, weil in den eigenen praktisch keine preisgünstigen Kleinwagen vom Band rollen. Aktuell bebildert Share Now Werbeschreiben mit sämtlichen Schokoladenseiten des Fiat 500. Das sei ein Zufall, sagt der Sprecher, den Wagen habe man 2020 in die Flotte aufgenommen. In Stuttgart, wo zum Start 500 elektrisch betriebene Smart eingesetzt wurden und über die Jahre das Stadtbild mit bestimmten (jetzt finden sich noch rund 210 in der App), gebe es aktuell keine konkreten Pläne, die Flottenzusammensetzung zu ändern. Alle Fahrzeuge seien geleast. Aber braucht es Pläne? Der Wagen wird bald sowieso nicht mehr gebaut, der höher gelegte Nachfolger aus China ist bereits präsentiert worden.

Stellantis will sich zum künftigen Angebot in den von Share Now besetzten Städten nicht äußern. Welche Mietautos Free2Move auf die Straßen stellt, wird man nach der Kaufgenehmigung erfahren.