Der VfB vor der Mitgliederversammlung Ausgliederung – was dafür und was dagegen spricht

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Am Donnerstag wird beim VfB Stuttgart darüber abgestimmt, ob die Profiabteilung ausgegliedert wird. Ein Blick auf diese wegweisende Entscheidung aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Am Donnerstag wird  beim VfB die Vertrauensfrage gestellt Foto: Baumann
Am Donnerstag wird beim VfB die Vertrauensfrage gestellt Foto: Baumann

Stuttgart - Hier lässt sich eine zeitweise hitzig geführte Debatte zum Abschluss noch einmal gut herunterkühlen. Im angenehm temperierten Atrium der Stuttgarter Volksbank-Zentrale muss die Vereinsführung des VfB Stuttgart nicht auf heißblütige Widersacher gefasst sein. Im Publikum sitzt eine ganze Menge schwäbischer Mittelstand. Ein Heimspiel für den VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich, dessen einziges Problem an diesem Abend sein wird, dass er sich „ohne Krawatte nun doch ein bisschen underdressed“ vorkommt.

Die Volksbank hat den VfB-Chef und seine Vorstandskollegen Jochen Röttgermann und Stefan Heim eingeladen, damit die über die Entwicklung des Profifußballs referieren. Aber natürlich geht es unmittelbar vor der Mitgliederversammlung des Erstligaaufsteigers vor allem um eines: um die zur Abstimmung kommende Ausgliederung der VfB-Profiabteilung an diesem Donnerstag. Für die Umwandlung in eine AG werden mindestens 75,1 Prozent Zustimmung benötigt.

Fluch oder Segen

Hans Rudolf Zeisl ist als Vorstandschef der Volksbank Stuttgart Gastgeber der Veranstaltung, die sinnigerweise am Stuttgarter Börsenplatz stattfindet. Zeisl sagt zur Begrüßung etwas, dem weder Befürworter noch Gegner der Ausgliederung widersprechen können. „Man kann die Kommerzialisierung des Fußballs als Fluch oder als Segen betrachten. Aber es ist halt so.“

Fragen und Antworten zur Ausgliederung

In der mittlerweile 30. Wahlkampfveranstaltung präsentiert sich das VfB-Roadshow-Personal, zu dem auch Hansi Müller, Guido Buchwald und Helmut Roleder gehören, als eingespielte Mannschaft. Die Altstars sollen mit ihrer Anwesenheit dafür stehen, dass die Tradition in der neuen Rechtsform nicht verloren geht. Wenn Guido Buchwald davon erzählt, wie er den 4:1-Sieg gegen Würzburg und die anschließende Aufstiegsfeier erlebt hat, hört sich das dann so an: „Ich war mit einem gänsehautmäßigen Feeling dabei.“

Das Beispiel mit dem Daimler-LKW

Für das lockere „Feeling“ im VfB-Werbeteam ist der pfiffige Finanzchef Stefan Heim zuständig, der beim Thema Ausgliederung gerne bunte Bilder wählt. „Stellen Sie sich vor, meine Damen und Herren, auf der Mercedesstraße fährt ein Daimler-Lkw entlang, an Bord 41,5 Millionen Euro. Die entscheidende Frage ist, ob das Geld beim VfB abgeladen oder wieder zurück ins Werk gefahren wird.“ Heim beschreibt mit dem Lkw-Bild das verlockende Angebot. Für 11,75 Prozent der Anteile an einer VfB-AG würde Daimler als strategischer Partner die genannten 41,5 Millionen als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen. Insgesamt will der VfB, der neben Schalke, Mainz und Freiburg nun zu den letzten eingetragenen Vereinen in der ersten Liga gehört, maximal 24,9 Prozent veräußern. Das Geld könnte dann auch schnell eingesetzt werden. Zum einen soll das Nachwuchsleistungszentrum profitieren, das bessere Trainingsmöglichkeiten erhalten würde. Außerdem könnte der Personaletat des Profikaders um 10 Millionen auf 50 Millionen Euro erhöht werden.

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Was gegen die Ausgliederung spricht ?: Einiges. Zum Beispiel, dass ich mit diesem "Verein" als Aktiengesellschaft nicht mehr viel zu tun haben möchte. Die Ergebnisse werden mir dann wohl egal sein. Ich bin mir sicher, die VfB-Verantwortlichen sind, wenn sie diese Zeilen jetzt lesen, ganz hart getroffen.

ganz hart: wolf sitzt heulend in seinem wohnzimmer und dietrich wird heute abend den mitgliedern sagen, dass nicht ausgegliedert wird, weil herr b. dagegen ist.

ganz einfach: was dafür spricht: wirtschaftliches denken. was dagegen spricht: verhaften in traditionen.

Ausgliederung: Erfolg oder Misserfolg eine Fußballvereins in der 1. Liga hängt nicht allein am Geld. In erster Linie sind die handelnden Personen dafür verantwortlich. Das Millionen (oder Milliarden) alleine nix bringen, erlebt gerade 1860 München / Wolfsburg oder der HSV. Zusätzlich zum Geld konnten dort selbst sogenannte "erstklassige" verantwortliche Trainer und Manager nichts bewegen. Kommen jedoch Geld, entsprechende handelnde Personen und eine passende Strategie zusammen, ist die Chance da einen Verein erfolgreich zu entwickeln. Siehe Bayern seit über 50 Jahren. Und darum geht es doch. Der VFB Stuttgart soll auch 2025 noch erfolgreich 1.Liga spielen und sich weiterentwickeln. Was würde passieren wenn der VFB seine Profiabteilung ausgliedert und 2020 wieder Champions League spielen würde? oder 2022? Die Region würde sich sicher vor Jubel überschlagen. Was würde passieren wenn die Ausgliederung nicht kommt und der VFB in den nächsten Jahren immer wieder um Platz 10-18 spielt? Es würde mit Sicherheit, neben Trainerentlassungen, aus der Not geborenen Spielerlösungen und unendlichen Diskussionen über die Vereinsführung, eine bei weitem schlechtere Stimmung in der Region herrschen. (Analog zur den Zeiten 2011-2016). Für beide Varianten gibt es aber keine Garantie. Ich bin leider erst seit 24.05. Mitglied des Vereins und darf daher noch nicht abstimmen. Klar ist aber, zum Termin der MV über die Ausgliederung hat dieser Verein 1. derzeit die passenden handelnden Personen 2. und diese haben eine klare Strategie für die Zukunft 3. und es gibt den Ankerinvestor aus der Region und nicht irgendeinen Scheich. Daher wünsche ich mir als VFB Fan, dass sich die stimmberechtigten Mitgliedern am Claim des VFB orientieren. furchtlos und treu. Denn die einzigen Dinge die man im Leben bereut, sind die Dinge die man nicht riskiert hat.

Ganz einfach: Was dafür spricht: Gier. Was dagegen spricht: Vernunft.

Exakter bitte:: Wer genau ist gierig? Und worauf? Und was hat die "Vernunft" in den letzten Jahren bewirkt?

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