Digitale Landwirtschaft Hacke entfernt Unkraut automatisch

In Sielmingen finden sensorgesteuert Hackversuche statt. Im Bild zu sehen ist  der Robocrop In Row Weeder von Garford Foto: Caroline Holowiecki
In Sielmingen finden sensorgesteuert Hackversuche statt. Im Bild zu sehen ist der Robocrop In Row Weeder von Garford Foto: Caroline Holowiecki

Studenten aus Hohenheim erforschen, wie die Landwirtschaft gewinnbringend digitalisiert werden kann. In Sielmingen wurden nun neuartige Geräte gezeigt.

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Filderstadt/Hohenheim - DiWenkLa“, kurz für „Digitale Wertschöpfungsketten für eine nachhaltige kleinstrukturierte Landwirtschaft“, ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Uni Hohenheim und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Seit Frühling 2020 untersuchen Studenten in 14 Teilprojekten zusammen mit Industriepartnern, wie die Digitalisierung in den verschiedensten Sparten der Landwirtschaft, etwa bei der Grünlandbewirtschaftung oder der Rinder- und der Pferdehaltung, gerade für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe einen Mehrwert bringen kann und wie die Techniken präzisiert werden können.

Dabei kommen verschiedene Technologien aus den Bereichen Robotik und Automation sowie Sensorik, auch im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz, zum Einsatz. Geforscht wird auf Versuchsfeldern in der Region Stuttgart und im Südschwarzwald. Gefördert und unterstützt wird das Ganze von Bund und Land.

Versuchsfeld in Filderstadt-Sielmingen

Auch in Filderstadt-Sielmingen ist ein solches Versuchsfeld. Dort geht es ums digital gesteuerte Unkrauthacken. Wie genau, das wurde nun bei einem Präsentationstag erläutert. Vor Ort zu begutachten war unter anderem der „Robocrop InRow Weeder“ des Herstellers Garford. „Eine Kamera erkennt die Einzelpflanzen und steuert die Rotoren, die um den Salat herumhacken“, erklärte Elmar Reuter, der Verkaufsleiter des Unternehmens. „Das kann im Salat oder im Brokkoli oder in den Zucchini laufen“, fügte er hinzu.

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Die Technik gebe es bereits seit zehn Jahren, und sie sei weltweit im Einsatz, in puncto Digitalisierung auf dem Feld gebe es dennoch Nachholbedarf, so Reuter. Sprich: Die Technologien sind marktfähig, aber noch nicht weit verbreitet.

Uni Hohenheim nennt die Vorteile der Hightech

Was ist überhaupt der Vorteil? Zum einen erleichtere die Technik die Arbeit, erklärte Miriam Messelhäuser, die Projektkoordinatorin an der Uni Hohenheim, da keine Personen die Hacken händisch lenken müssten. Oftmals erledigten das noch ausländische Kräfte, fügte Martin Weis vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg hinzu. Außerdem könne dadurch, dass die sensor- und kameragesteuerten Maschinen dem Unkraut den Garaus machten, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln heruntergefahren werden. „Man will hin zu einer möglichst umweltschonenden Arbeit“, sagte er.

Die Sielminger Flächen für die Versuche bereitgestellt hat der Betrieb Bayha. Seit anderthalb Jahren ist dort allerhand Hightech unterwegs. Roboter sowie Traktoren mit modernen Anhängern beackern die Äcker, Drohnen machen sich zudem auf die Suche nach Krankheitserregern, erklärte der Landwirt Philipp Bayha. Er sprach von der Technik der Zukunft. „Die Ergebnisse sind gut, aber ausbaufähig“, sagte er am Rand der Veranstaltung. Ob er bereits selbst derartige Geräte bei seiner täglichen Arbeit einsetze? „Vielleicht in naher Zukunft.“




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