Diskussion um achtjähriges Gymnasium Lehrergewerkschaft warnt vor Imageschaden

Von red/dpa/lsw 

Die Lehrergewerkschaft GEW warnt davor, das achtjährige Gymnasium schlecht zu reden. Landeschefin Doro Moritz reagierte auf eine Petition des Philologenverbandes, der sich für die Wahlfreiheit für Kommunen und Schulen zwischen acht- und neunjährigen Zügen einsetzt.

Die Lehrergewerkschaft GEW um Landeschefin Doro Moritz warnt davor, das achtjährige Gymnasium schlecht zu reden. Foto: dpa
Die Lehrergewerkschaft GEW um Landeschefin Doro Moritz warnt davor, das achtjährige Gymnasium schlecht zu reden. Foto: dpa

Stuttgart - „Wer sich vorbehaltlos für ein Zurück zu G9 ausspricht, erweckt den Eindruck, dass das G8 generell schlecht sei“, sagte Landeschefin Doro Moritz in Stuttgart. Damit reagierte sie auf eine Petition des Philologenverbandes, der sich für die Wahlfreiheit für Kommunen und Schulen zwischen acht- und neunjährigen Zügen einsetzt. Der Verband wird sie an diesem Donnerstag Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Stuttgart überreichen.

Leistungen seien nicht schlechter

Moritz betonte, sehr viele Gymnasien hätten ein gutes Konzept für G8 entwickelt. Eine Studie der Uni Tübingen zeige, dass die Leistungen der Schüler im verkürzten Gymnasium nicht schlechter seien als die derjenigen, die nach neun Jahren das Abitur ablegen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwartet, dass das G8 weiterentwickelt und dabei das noch unter Kultusminister Andreas Stoch (SPD) erarbeitete Papier Gymnasium 2020 einbezogen wird.

Wer über die gestiegene Heterogenität am Gymnasium klage, sollte sich nicht mit G9 für eine noch höhere Übergangsquote und damit weiter steigende Heterogenität einsetzen, sagte Moritz. Überdies entziehe G9 den Realschulen und Gemeinschaftsschulen leistungsstarke Schüler und schwäche die beruflichen Gymnasien.