Eisessen in Stuttgart Gesund ist Eis leider nur für die Psyche

Sebastian Kern muss ehrlich bleiben: Wer glaubt, dass Eis gesund ist, irrt. Foto: Lgt/Max Kovalenko
Sebastian Kern muss ehrlich bleiben: Wer glaubt, dass Eis gesund ist, irrt. Foto: Lgt/Max Kovalenko

Es soll Menschen geben, vor allem Frauen vermutlich, die bestellen in der Eisdiele immer eine Kugel Joghurt. Aber es hilft nichts: Jede Geschmacksrichtung strotzt vor Kalorien. Ohne Zucker und Fett gibt es eben kein Eis, bestätigt Sebastian Kern von der Eiswerkstatt.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)
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Stuttgart - Im Internet kursieren alle möglichen Ranglisten und natürlich auch eine für die angeblich kalorienarmsten Eissorten. Sie soll helfen, eines der schlimmsten Dilemmas des Sommers aufzulösen: die Lust auf Eis und auf eine Bikinifigur gleichermaßen. Bei einer Umfrage gaben Frauen prompt an, „eher leichtere Eissorten wie Joghurt“ zu bevorzugen, während Männer lieber Schoko essen. Als Figur schonend werden ansonsten noch Zitronen- und Erdbeereis empfohlen. „Das ist Humbug“, räumt Sebastian Kern von der Eiswerkstatt mit den Mythen auf: „Wer glaubt, Eis ist gesund, der irrt.“

Diese Tatsache liegt schlichtweg daran, dass Zucker zur Eisherstellung essenziell notwendig ist, um es cremig zu machen, auch oder vermutlich erst recht bei der Sorte Zitrone. Die mit Obst hergestellten Sorbets lieferten sicherlich Vitamine, sagt der Eismacher Sebastian Kern – allerdings würde dafür mehr Zucker für die Herstellung benötigt, weil das Fett fehlt. Die benötigte Menge an Süße ist bei ihm für alle Obstsorten die gleiche. Weil er immer wieder von den Kunden gefragt wird, ob es Eis ohne Zucker gibt, hat er sich etwas einfallen lassen: Kürzlich hatte er ein Walnuss-Dattel-Eis auf der Karte, bei dem die Datteln den Süßstoff lieferten. Das klingt gut – allerdings bestehen 100 Gramm Datteln aus 63 Gramm Zucker.

Für Veganer arbeitet der Eismacher viel mit Kokosmilch

Gesundheitsbewussten empfiehlt Sebastian Kern Nusssorten wie sein Erdnussbuttereis. Neben Kalorien liefert es Eisen, Zink und viele Proteine – und ist deshalb besonders cremig und geschmeidig. Die traditionellen Zutaten für Milcheis sind neben Milch auch Zucker und Eigelb. Sahne, Schmand, Quark und Joghurt kommen ebenfalls zum Einsatz. Für sein Salzkaramelleis erhitzt er Zucker bei 160 Grad und gibt dann Sahne und Butter dazu, in der Sorte Holunder-Cheesecake steckt Frischkäse und Holunderblütensirup. Für Veganer arbeitet der Eismacher viel mit Kokosmilch, ein Hafereis gab es in seiner Eiswerkstatt auch schon. Kalorienärmer sind solche Sorten deshalb nicht.

„Eis ist und bleibt eine kleine Sünde“, sagt Sebastian Kern. Zumindest auf die psychische Gesundheit hat es einen positiven Effekt, der wissenschaftlich verbrieft ist: Eis aktiviert beim Essen dieselben Bereiche im Gehirn wie anders ausgelöste Glücksgefühle. Dazu tragen Temperatur und Süße bei. Als Alternative bleibt ein Kompromiss – und der heißt selbst gemachtes Lutscheis. Für das einfachste und wohl gesündeste Erdbeereis gibt es ein simples Rezept. Ohne Cremigkeit.

Die Zutaten für 5 Eis am Stil

250 Gramm frische Erdbeeren 100 Gramm Naturjoghurtein Teelöffel Honig

Die Zubereitung

Mit dem Zauberstab alle Zutaten mixen und in Stieleisförmchen füllen. Danach gefrieren lassen.




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