Hilfe für den Nachbarn Der Traum ist ausgeträumt

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Das gerahmte Foto zeigt einen strahlenden Mittdreißiger auf einer Harley Davidson. Herr K. hatte sich damit einen Traum erfüllt: „Einmal mit so einer Maschine durch die USA zu fahren, das wollte ich immer schon“, schwärmt er. Wenige Monate nach diesem Glücksmoment kam der Tiefschlag.

Kurz vor seinem 37.Geburtstag bekam Herr K. die Diagnose: chronisch fortschreitende Multiple Sklerose.„Ich hatte immer wieder Gleichgewichtsprobleme und bin öfters umgeknickt“, erzählt er. Mehrere Bänderrisse mussten genäht werden, eine Meniskusoperation sollte das Problem beheben. Erfolglos. „Meine damalige Lebensgefährtin schleppte mich kurz nach dem USA-Urlaub zum Arzt. Sie sagte: Du gehst so eigenartig.“

Erst tippten die Ärzte auf Bandscheibenprobleme, doch dann brachte eine Fachärztin dieWahrheit ans Tageslicht. „Haben Sie eine Ahnung, an was Sie leiden?“, hatte sie ihn gefragt und er hatte geantwortet: „Solange es nicht Krebs oder MS ist, ist es nicht so schlimm“, erzählt er sarkastisch. „‚Das zweite ist es’, hat sie dann gesagt.“

Die Beziehung ging in die Brüche

In den beiden folgenden Jahren konnte Herr K. weiter seiner Arbeit nachgehen, bis er eines Tages zu Hause umkippte und nicht mehr aufstehen konnte. Zusammen mit diesem ersten heftigen Krankheitsschub entwickelte sich ein weiteres Symptom: Herr K. ermüdet schnell und ist extrem hitzeempfindlich. Seine Arbeit musste er aufgeben. Heute geht er an Krücken und weiß, dass er absehbarer Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen sein wird. Die Beziehung mit seiner Lebensgefährtin ging in die Brüche, nicht direkt wegen der Krankheit, sagt er, aber irgendwie habe alles schon miteinander zu tun. Aus der gemeinsamen Wohnung ist Herr K. ausgezogen und lebt jetzt alleine in einer behindertengerechten Wohnung. „Da gibt es viel Gemeinschaft. Zum Beispiel macht ein Nachbar die Kehrwoche für mich. Ich kann das ja nicht mehr.“

Herr K. hat sein Schicksal angenommen. „Mir geht es viel besser als vielen anderen Menschen“, sagt er. „Ich habe keine Angst vor dem Rollstuhl. Das Leben geht trotzdem weiter.“ Herr K. hat gute Freunde, die ihm helfen. „Aber ich will die Hilfe oft gar nicht, sondern möglichst alles alleine machen“, betont er. Deshalb lehnt er auch die Taxidienste der Freunde meistens ab und fährt mit Bus oder Bahn. In seiner Wohnung benötigt Herr K. eine Kücheneinrichtung mit einer unterfahrbaren Arbeitsplatte und Spüle. „Ich koche gerne, am liebsten Fleischgerichte“, verrät er.

Doch seit dem Einzug im Sommer muss er sich mit einem Wasserkocher und kalter Küche begnügen, denn diese Kücheneinrichtung ist teuer. Weil er mit nicht einmal 40 Jahren in Rente gehen musste, fällt diese klein aus. Die behindertengerechte Kücheneinrichtung kann sich Herr K. davon nicht finanzieren, zumal er auchsein höhenverstellbares Spezialbett nur zumTeil von der Krankenkasse erstattet bekommt und den Rest aus eigener Tasche bezahlen muss.

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