Hilfe für den Nachbarn Laute Geräusche machen das Kind aggressiv

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Freunde hat das jüngste Kind noch nie zu Besuch gehabt, und der Kindergeburtstag wird grundsätzlich außerhalb der eigenen vier Wände gefeiert. „Zuhause wäre es zu gefährlich“, sagen die Eltern, denn das dritte Kind in der Geschwisterreihe ist schwer geistig behindert. Es verletzt sich selbst und ist aggressiv gegen andere. Auch Frau W. hat das schon oft zu spüren bekommen. „Ich habe öfters ein blaues Auge oder blaue Flecke“, sagt sie. Noch kann sie ihr heranwachsendes Kind pflegen, noch ist sie stärker. Lange wird dies nicht mehr der Fall sein, dann muss das Kind in ein Heim.

Als das Baby sechs Monate alt gewesen war, hatte sie bemerkt, dass es anders war als ihre älteren Kinder. „Die Beinchen waren seltsam verkrümmt“, erinnert sie sich. Der Kinderarzt vermutete zuerst eine Entwicklungsverzögerung, doch nach dem ersten epileptischen Anfall kam die Diagnose: Das Kind ist geistig schwerst behindert. Seit über einem Jahrzehnt sind die beiden Eheleute nicht mehr zusammen ausgegangen, denn einer muss ständig ein Auge auf das behinderte Kind haben. Dass noch ein jüngeres Geschwister zur Welt kam, empfindet Frau W. als kleines Wunder.

Und gleich als großes Wunder betrachtet sie, dass sie es fertig brachte, dass das Baby nie von dem extrem geräuschempfindlichen behinderten älteren Geschwister angegriffen worden ist. Das älteste der Kinder steht heute auf eigenen Beinen, das zweite Kind macht eine Ausbildung. Die Geschwister sind es gewohnt, dass sie sich erst frei inder Wohnung bewegen können, wenn das behinderte Kind schläft – und zwar mit Hilfe von Medikamenten. Es leidet stark unter lauten Geräuschen. „An dem Wochentag, an dem das Müllauto am Haus vorbei fährt, gerät es außer sich“, berichtet der Vater.

Gegen das Fenster gestürzt

Lange war er arbeitslos, inzwischen hat er wieder einen Job auf dem zweiten Arbeitsmarkt. „Hier darf kei nFremder in die Wohnung“, sagt er, und die Tür muss stets verschlossen sein, damit das autistische Kind nicht alleine auf die Straße geht. Die Vorhänge im Wohnzimmer hält Familie W. geschlossen, denn Licht reizt ihr zweitjüngstes Kind ebenfalls. Vor einiger Zeit hat es sich in seinem Zimmer gegen die Fensterscheibe gestürzt und sich verletzt. Dies war das Alarmzeichen für Herrn W., einen Antrag bei der Krankenkasse auf Sicherheitsverglasung für die Wohnung zu stellen. Doch die Kasse lehnt die Übernahme der Kosten ab und begründet dies damit, dass dies eine vorbeugende Maßnahme sei und nicht direkt in Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit des Kindes stehe. „Für mich wäre das schoneine große Erleichterung“, sagt Frau W. „Dann könnte ich, wenn ich alleine in der Wohnung bin, auch mal beruhigt auf die Toilette.“

Das Kind ist schulpflichtig, war aber jetzt monatelang zuhause. Seit kurzem besucht es eine Schule für geistig Behinderte. Aber, so berichtet Frau W., die meiste Zeit müsse es außerhalb des Klassenraumes betreut werden, weil allein schon die Geräusche im Klassenzimmer für ihr Kind unerträglich seien. „Eigentlich bräuchte es einen Heilerziehungspfleger. Aber der wird nicht bezahlt“, sagt sie. „Vermutlich liegt eine Wahrnehmungsstörung im Ohr vor. Aber unser Kind kann uns ja nichts sagen.“ Das Einkommen von Herrn W., der alleiniger Ernährer der Familie ist, reicht nicht aus, damit sich die Familie als Erleichterung die Sicherheitsverglasung leisten kann.

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