Kommentar zum Filderdialog Alle wahren ihr Gesicht

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Bürgerbeteiligung ist sinnvoll. Die Politik muss die Spielregeln aber offen und ehrlich benennen, meint StZ-Redakteur Achim Wörner.

Ein schwieriges, langwieriges Unterfangen – der Filderdialog Foto: Achim Zweygarth 25 Bilder
Ein schwieriges, langwieriges Unterfangen – der Filderdialog Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Schon vor Beginn des Filderdialogs war klar, dass sich an der großen Linie von Stuttgart 21 rund um den Flughafen nichts verändern lassen wird. So ist es jetzt auch gekommen. Schließlich sah bis auf den grünen Teil der Landesregierung keiner der Projektpartner einen Grund, den Schwabenairport vom Fern- und Regionalverkehr abzukoppeln. Dessen Anbindung ans Schienennetz ist zudem vertraglich fixiert. Umso fataler ist deshalb, dass der grüne Landesverkehrsminister Winfried Hermann mit seiner Gäubahnvariante bei der betroffenen Bevölkerung unrealistische Erwartungen geweckt hat. Das ist nicht nur ein Spiel mit dem Feuer, sondern gegenüber den Bürgern auch unredlich. Politik muss den Mut haben, die Spielregeln ehrlich und klar zu benennen.

Unter dem Strich stehen gleichwohl Ansätze für unbestreitbare Verbesserungen. Und immerhin ist der jetzt in Rede stehende Flughafenbahnhof Plus nun zusätzlich legitimiert dadurch, dass er beim Filderdialog auf Platz zwei unter sieben Alternativen gekommen ist. Die Variante, die vertiefend geprüft wird, ermöglicht es allen Beteiligten, ihr Gesicht zu wahren – auch Winfried Hermann, der sein früh bekundetes Minimalziel erreicht hat. Zeigen muss sich freilich noch, wie hoch der Preis für das Plus sein wird und wer diesen am Ende bezahlt. Die nächste Nagelprobe ist schon in Sicht.