Perfider Betrug in Stuttgart Trickdieb bestiehlt Mann im Rollstuhl

Auch mit Menschen im Rollstuhl haben Trickbetrüger wenig Mitleid. Foto: Julia Schramm
Auch mit Menschen im Rollstuhl haben Trickbetrüger wenig Mitleid. Foto: Julia Schramm

Um in die Wohnung ihrer Opfer zu kommen, lassen sich die Trickbetrüger immer mehr Geschichten einfallen. Etwa die, dass man sich gerade ausgesperrt habe. Könnten Sie helfen, Herr Nachbar?

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Mit einem perfiden Trick hat ein Betrüger einen hilfsbereiten Mann bestohlen: Der Täter bat um Hilfe, weil er sich als angeblicher Nachbar aus der Wohnung ausgesperrt habe. Am Ende entkam der Unbekannten mit mehreren Hundert Euro – dass sein Opfer ein älterer Mann im Rollstuhl ist, hat den Trickdieb nicht weiter gestört.

Wie die Polizei mitteilt, spielte sich der Vorfall am Samstag gegen 16 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus im Stuttgarter Westen ab. Ein Ganove war im Wohnquartier zwischen Hölderlinplatz und Feuersee unterwegs und ging dort wortgewandt auf einen 76-Jährigen zu, der sich vor seiner Wohnung in einem Rollstuhl aufhielt. Der Täter scheute sich nicht davor, den behinderten Mann mit „Hallo Herr Nachbar“ anzusprechen und mit einer faustdicken Lüge zu überrumpeln. Er habe sich gerade versehentlich aus der Wohnung ausgesperrt und müsse einen Ersatzschlüssel beim Vermieter besorgen, so die Legende. Dummerweise habe er auch seinen Geldbeutel in der Wohnung gelassen – ob er sich etwas Geld für eine Zugfahrt zum Vermieter kurz ausleihen könne?

Dann sieht der Täter den Briefumschlag...

Der hilfsbereite 76-Jährige wollte dem vermeintlichen Nachbarn natürlich helfen – und nahm den Unbekannten mit in seine Wohnung. „Erst ging es um 20, dann 30, dann 40 Euro“, sagt Polizeisprecher Johannes Freiherr von Gillhaußen. Offenbar hatte es der Täter aber vor allem darauf abgesehen, in die Wohnung des Opfers zu kommen und auszubaldowern, wo der 76-Jährige Bargeld oder Wertsachen deponiert hatte. Unglücklicherweise konnte der Täter auch beobachten, wie der Senior einen Briefumschlag mit Geldscheinen zur Hand nahm, um ihm daraus die 40 Euro zu reichen.

Danach hatte der Täter leichtes Spiel: Er merkte sich das Versteck des Umschlags, lenkte den 76-Jährigen mit einem Gespräch ab – und ließ den Briefumschlag heimlich verschwinden. Das Opfer merkte den Diebstahl erst später und erstattete am Sonntag auf dem Revier Gutenbergstraße Anzeige. Der Dieb soll 37 bis 43 Jahre alt, 1,70 Meter groß, kräftig, gepflegt und dunkelhaarig sein. Nach Aussagen des Opfers sprach er Deutsch mit slawischem Akzent. Hinweise werden erbeten an Telefon 07 11 / 89 90 - 31 00.




Unsere Empfehlung für Sie