Rückzug aus dem Stuttgarter Landtag Auch Kuhn verlässt die AfD-Fraktion

Von Reiner Ruf 

Binnen weniger Tage verliert die AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag ein zweites Mitglied. Auch Heinrich Kuhn legt sein Mandat nieder – aus Alters- und Gesundheitsgründen. Mit dem umstrittenen Rückzug von Claudia Martin habe dies nichts zu tun, beteuert die AfD.

Landtagsalterspräsident Heinrich Kuhn (AfD)  während der konstituierenden Sitzung des baden-württembergischen Landtags am 11. Mai im Plenarsaal Foto: dpa
Landtagsalterspräsident Heinrich Kuhn (AfD) während der konstituierenden Sitzung des baden-württembergischen Landtags am 11. Mai im Plenarsaal Foto: dpa

Stuttgart - Der AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Kuhn legt zum Jahresende sein Parlamentsmandat nieder. Das bestätigte Fraktionschef Jörg Meuthen dieser Zeitung. Kuhn, Jahrgang 1940, hatte den im März neu gewählten Landtag als Alterspräsident eröffnet. Der frühere Arzt für Allgemeinmedizin vertritt den Wahlkreis Calw.

Klaus-Peter Dürr rückt nach

Fraktionschef Meuthen sagte, Kuhn habe bereits Anfang November intern angekündigt, der Gesundheit wegen und aus Altersgründen zum Ende Dezember aus dem Parlament ausscheiden zu wollen. Mit dem Austritt von Claudia Martin aus Fraktion und Partei, die ihren umschrittenen Schritt am vergangenen Samstag in einer Pressekonferenz erläutert hatte, habe dies nichts zu tun. „Da gibt es keinen Zusammenhang“, beteuerte Meuthen. Für Kuhn rückt Klaus-Peter Dürr nach.

Martin hatte kritisiert, die AfD habe viele ihrer Positionen aufgegeben und gehe nunmehr mit reißerischen Pauschalaussagen vor, um Wählerstimmen einzufangen. „Sie hat für mich den Blick auf die Menschen verloren.“ So erkenne die Partei nicht an, dass sich in der Flüchtlingspolitik viel bewegt habe.