Schlossgarten Die ersten Bäume sind gefällt

Die ersten Bäume im Schlossgarten sind gefällt. Foto: dpa 47 Bilder
Die ersten Bäume im Schlossgarten sind gefällt. Foto: dpa

Die Projektpartner zeigen sich erleichtert über den Verlauf bei der Räumung des Schlossgartens. Bis Ende Februar soll das Gelände gerodet sein.

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Stuttgart - Nach dem Protest ist vor dem Protest: so lautet die Maxime, die von den Stuttgart-21-Gegnern nach der Räumung des Mittleren Schlossgartens und des Zeltdorfs am Mittwoch als vermeintlich letzter Bastion des Widerstands ausgegeben wurde. Schon am Samstag wollen sich die Projektgegner wieder zu einer größeren Kundgebung am Schlossplatz versammeln, zudem ist auch ein Protestmarsch durch die Innenstadt geplant. Der Einsatz im Schlossgarten werde zur weiteren Spaltung der Stadt und zu einem Zuwachs des Widerstands beitragen, glaubt der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch: „Wir rechnen mit 3000 Teilnehmern, die gegen diese Machtdemonstration protestieren.“

Der Einsatz selbst, der in der Nacht auf Mittwoch begonnen hatte, verlief entgegen der allgemeinen Befürchtungen friedlich und ohne den angekündigten massiven Widerstand. „Ich bin sehr erleichtert darüber, dass alles ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen ist“, erklärte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Bei der hohen Emotionalität des Themas und der teilweise massiven verbalen Aufrüstung im Vorfeld sei damit nicht unbedingt zu rechnen gewesen. „Die deeskalierende Einsatzstrategie von Polizeipräsident Thomas Züfle hat sich bewährt“, so Schuster. Aber auch den Stuttgart-21-Gegnern sei zu danken.

Lob für beide Seiten

Innenminister Reinhold Gall als oberster Chef der Landespolizei hatte sich von vier Uhr morgens an ständig über den Verlauf des Einsatzes informieren lassen, wie der SPD-Politiker erklärte. Nach einigen Gesprächen habe er dann aber schon ziemlich beruhigt frühstücken können. Auch Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Martin Schairer, der sich am Vormittag selbst ein Bild von der Lage im Park gemacht hatte, lobte beide Seiten gleichermaßen. Die Polizei habe die Verfügung der Stadt, das Camp zu räumen und das Baufeld der Bahn zu sichern, besonnen und ruhig umgesetzt.

In den Appellen der Landesregierung und auch des Oberbürgermeisters sieht der Bahn-Sprecher Wolfgang Dietrich einen der Gründe, weshalb der Einsatz komplett gewaltfrei verlaufen ist. „Darüber sind wir wirklich froh“, so Dietrich. Es sei aber auch deutlich sichtbar gewesen, dass sich seit der Volksabstimmung die Grundeinstellung vieler Projektgegner geändert habe. Die transparente Strategie der Polizei, auf die sich die Demonstranten emotional einstellen konnten, habe sich bewährt. Das Baugelände sei dank der Umstände erfreulich schnell geräumt worden, so Dietrich. Die Bahn sei mit den Vorbereitungen zur Einrichtung der Baustelle für den Tiefbahnhofstrog daher voll im Zeitplan.

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