Schmuckraub in Stuttgart Räuber haben Messe vor Überfall ausgekundschaftet

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Die Polizei steht vor einem Rätsel, obwohl die französischen Kollegen Tatverdächtige gefasst haben. Sechs Personen wurden in Paris mit Beute aus einem spektakulären Schmuckraub in Stuttgart erwischt.

Die Polizei in Frankreich hat wohl die Stuttgarter Schmuckräuber gefasst. (Symbolbild) Foto: dpa
Die Polizei in Frankreich hat wohl die Stuttgarter Schmuckräuber gefasst. (Symbolbild) Foto: dpa

Stuttgart - Die Polizei kann einen spektakulären Raubfall wohl als gelöst betrachten, und steht doch vor einem Rätsel. In Paris nahm die französische Polizei am Montag fünf Männer und eine Frau mit, die Teile der Beute aus dem Schmuckraub vom Sonntag dabei hatten, höchstwahrscheinlich also die Tatverdächtigen.

Das Rätsel an der Sache: „Wir wissen nicht, warum die Kollegen in Paris die Personen festgenommen haben“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Staatsanwaltschaft weiß auch nur, dass die Verdächtigen „wegen einer anderen Tat“ gefasst wurden, nicht wegen des Ermittlungsverfahrens nach dem Raub im Römerkastell.

Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Euro geraubt

Drei Täter hatten am Sonntag während des Abbaus eine Schmuckhändlerin überfallen, die an der Messe Antique & Art in der Phoenixhalle auf dem Gelände des Römerkastells in Bad Cannstatt ausgestellt hatte. Sie raubten einen Koffer mit Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Euro. Die Täter waren vor der Tat und auf ihrer Flucht nicht gerade unauffällig. Erst rasten sie mit einem BMW mit italienischem Kennzeichen weg. Diesen tauschten sie im Hallschlag an der Straße Auf der Steig gegen einen Wagen mit Hamburger Kennzeichen. Mit diesem fielen sie einem Zeugen sehr unangenehm auf, als sie am Kreisverkehr Löwentorstraße/Sparrhärmlingsweg eine rote Ampel nicht beachteten und über den Radweg fuhren. Später sollen sie dann noch mal in einen Audi mit Schweizer Kennzeichen umgestiegen sein und auf der A 8 über Straßburg nach Paris gefahren sein. Die Verdächtigen im Alter von 32 bis 38 Jahren stammen aus Kolumbien. Wo sie lebten, ist nicht bekannt.

Den im Hallschlag abgestellten BMW hat die Polizei sichergestellt. Die Spurensicherung läuft: Mit DNA-Abgleich können die Ermittler vermutlich feststellen, ob die in Paris gefassten Personen auch in dem Wagen saßen. Wichtig sind aber auch Zeugenhinweise. Die Ermittlungsgruppe Phoenix hofft, dass jemand die drei Räuber und den Fahrer bei der Halle beobachtet hat und dass jemand den BMW auf der Flucht oder den im Hallschlag geparkten zweiten Wagen gesehen hat. Hinweise nimmt die Kripo unter 07 11/89 90-57 78 entgegen.




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