Schüler in Baden-Württemberg Das Gymnasium bleibt am beliebtesten

Von  

Vor allem an den Privatschulen in Ballungszahlen haben die Anmeldungen an Gymnasien stark zugenommen, so der Privatschulverband. An den öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg sind die Schülerzahlen weiterhin leicht rückläufig.

Hochbegabte Schüler unter sich in Schwäbisch Gmünd. Foto: dpa
Hochbegabte Schüler unter sich in Schwäbisch Gmünd. Foto: dpa

Stuttgart - Die Schülerzahlen an den öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg gehen weiterhin leicht zurück. An den fünften Klassen der Haupt-, Werkreal- und Realschulen sowie der Gymnasien im Land wurden nach Angaben des Kultusministeriums zum kommenden Schuljahr insgesamt 84 017 Schüler angemeldet. Das sind 1241 Kinder weniger als im aktuellen Schuljahr. Dagegen seien die Anmeldezahlen an den Privatschulen besonders in den Ballungszentren stark gesteigen, heißt es vom Privatschulverband.

Die Gymnasien behaupten ihren Platz als beliebteste Schulart. Im Herbst werden 42,98 Prozent der jetzigen Viertklässler ein öffentliches Gymnasium besuchen. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als in diesem Schuljahr, und genauso viel wie zum Herbst 2014. Insgesamt wurden 36 111 Kinder im Land an einem Gymnasium angemeldet, 50 weniger als in diesem Schuljahr.

Nur rund hundert Gemeinschaftsschüler mehr

Auch die Anmeldezahlen für die Gemeinschaftsschulen bewegen sich etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Und das, obwohl im Herbst 28 neue Gemeinschaftsschulen hinzu kommen. Dann wird es 299 Standorte geben. Zum laufenden Schuljahr wurden 13 396 Kinder an der relativ neuen Schulart angemeldet, im Herbst wollen 13 505 Schüler auf die Gemeinschaftsschule wechseln. Der Anteil steigt dann von 15,71 Prozent auf 16,07 Prozent. Im Schuljahr 2014/15 wurden 12,08 Prozent der Viertklässler Gemeinschaftsschüler.

Am meisten nachgefragt ist die Schulart, in der Kinder unterschiedlicher Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet werden, im Regierungsbezirk Tübingen. Dort will jeder fünfte Viertklässler an eine Gemeinschaftsschule wechseln. In Nordbaden sind es 12,99 Prozent, in Südbaden 14,57 und im Regierungsbezirk Stuttgart 17,03 Prozent.

Der Beliebtheit der Realschule tut die Gemeinschaftsschule keinen Abbruch. 34,50 Prozent war die Übergangsquote im Schuljahr 2015/16, 34,48 Prozent wird sie wohl im Herbst betragen. Die absoluten Schülerzahlen werden um etwa 500 zurückgehen. 28 966 Grundschüler wurden jetzt auf einer Realschule angemeldet. Die Änderung des Schulgesetzes, die bewirkt, dass Realschulen nun auch den Hauptschulabschluss anbieten, hat sich auf die Anmeldungen offenbar nicht ausgewirkt.

Hauptschulen brechen weg

Weiter im Sinken ist die Nachfrage nach Haupt- und Werkrealschulen. Noch 6,47 Prozent des Jahrgangs wurden dort angemeldet. Das sind 5435 Kinder aus dem ganzen Land. Im Regierungsbezirk Stuttgart ist die Schulart mit 4,02 Prozent am wenigsten gefragt. Vor zwei Jahren wechselten noch 9,43 Prozent der Viertklässler auf eine Haupt- oder Werkrealschule. Damals gab es 782 öffentliche Haupt- und Werkrealschulen. Jetzt sind es noch 747.