Sexistische S-21-Werbung S-21-Verein steht wegen geschmackloser Slogans in der Kritik

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Der S-21-Verein warb für die Tage der offenen Baustelle im Januar mit einem sexistischen Slogans. Das kritisiert der Verband Region Stuttgart, ganz offen gegen derartige Werbung will sich eine Mehrheit aber nicht stellen.

Die Tage der offenen Baustelle bei S 21 gelten als Erfolg, die Werbesprüche dafür finden weniger Gefallen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Tage der offenen Baustelle bei S 21 gelten als Erfolg, die Werbesprüche dafür finden weniger Gefallen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die Aufschriften auf den Werbepostkarten sind eindeutig zweideutig: Mit den Sätzen „Untenrum ist immer geil“ und „Sexy Bilder und heiße Videos von großen und kleinen Geräten gibt’s ganzjährig auf Facebook und Instagram“ machte der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm Werbung für die Tage der offenen Baustelle Anfang Januar auf dem S-21-Gelände. Das fanden viele missglückt, wenngleich ein Sprecher des Vereins erklärte, man habe damit vor allem Jugendliche ansprechen wollen und die Aktion sei gut angekommen. Zumindest letzteres gilt nicht für die Regionalräte im Verkehrsausschuss der Regionalversammlung. Sie haben die Regionaldirektorin Nicola Schelling („Der Werbespruch ist unpassend“) damit beauftragt, „den Sachverhalt im Vereinsvorstand zur Sprache zu bringen und darauf zu drängen, dass Werbemaßnahmen zukünftig mit größerer Sensibilität umgesetzt werden“. Der Verband Region Stuttgart ist neben dem Land, der Stadt Stuttgart und der Bahn Mitglied im Verein, dem – noch – der CDU-Politiker Georg Brunnhuber vorsitzt. Er will Mitte des Jahres abtreten.

Keine Mehrheit für Grünen-Antrag

Die Linken hatten wegen des „schmierigen Werbespruchs“ ursprünglich den Austritt der Region aus dem Verein gefordert, unterstützen dann aber wie die SPD einen Antrag der Grünen, der sich klar gegen die „sexistische und diskriminierende Werbung“ aussprach. Dieser Antrag scheiterte jedoch mit 13 zu 14 Stimmen an einer Mehrheit aus CDU, Freien Wählern und FDP, die die Forderung nach „größerer Sensibilität“ für ausreichend erachtete. Zumal manch einer aus der CDU partout nicht zu erkennen vermochte, was an den kritisierten Werbesprüchen diskriminierend sei. Kommentar von Grünen-Regionalrätin Heike Schiller: „Ich dachte, dass die Gesellschaft schon weiter wäre.“

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