Das Stromnetz in Baden-Württemberg war am Mittwochnachmittag so angespannt, dass eine App eine Warnung auslöste und teurer, fossiler Strom aus der Schweiz bestellt werden musste.

Baden-Württemberg: Florian Dürr (fid)

Warnstufe rot: Verbrauch reduzieren, Haushaltsgeräte möglichst nicht nutzen und wo es geht auf akkubetriebene Geräte zurückgreifen – diesen Aufruf haben am Mittwochnachmittag zwischen 14 und 15 Uhr die Nutzer der AppStromGedacht“ des Netzbetreibers TransnetBW auf ihrem Smartphone erhalten.

Ursache für die Warnung war das zu der Zeit angespannte Stromnetz in Baden-Württemberg. Schon um Mitternacht schaltete die „Stromampel“ in der App von grün auf gelb, was bedeutet: Die Baden-Württemberger sollten ihren Stromverbrauch vorverlegen, die Akkus aufladen, um nicht in der kritischen Zeit zwischen 14 und 15 Uhr die Stabilität des Stromnetzes zu gefährden.

Drohte in Baden-Württemberg ein Blackout?

Dass es soweit gekommen ist, liege laut TransnetBW daran, dass nicht ausreichend Strom vom windreichen Norden in den Süden Deutschlands gelangen konnte. „Auslöser sind unzureichende Transportkapazitäten im Stromübertragungsnetz“, wie eine Sprecherin mitteilte. Drohte in Baden-Württemberg ein Blackout?

Gegenüber unserer Redaktion beruhigte die Sprecherin die Baden-Württemberger und sprach von einem „frühen Trigger-Punkt“: „Es drohen keine Abschaltungen.“ Doch der Netzbetreiber musste teuren Strom aus der Schweiz bestellen, es ging um 700 Megawatt, um das baden-württembergische Netz stabil zu halten. Die App schaltete vor allem deshalb in den Alarmmodus, um den Bedarf an Strom aus der Schweiz niedrig zu halten und damit Kosten einzusparen. Kosten, die am Ende über die Netzentgelte auch die Verbraucher tragen müssen. Die rote Warnstufe sollte aber auch dazu dienen, den CO2-Verbrauch niedrig zu halten, weil die Stromlieferanten aus der Schweiz Baden-Württemberg in solch einer Situation vor allem mit fossiler Energie versorgen.

Die App „StromGedacht“ ist seit Mitte November erhältlich und hat inzwischen knapp 10 000 Nutzerinnen und Nutzer.