Stuttgarter Kickers dominieren Wichtiger Schritt – aber noch lange nicht am Ziel

Von Jürgen Frey 

Nicht nur Ex-Profi Ralf Vollmer ist vom dominanten Auftritt der Stuttgarter Kickers in Freiberg sehr angetan: Das einzige Manko beim 1:0 im Spitzenspiel ist die Chancenverwertung. Bereits am Mittwoch können die Blauen im Heimspiel nachlegen.

Erzielt das Goldene Tor für die Kickers in Freiberg: Der kampf- und laufstarke Leander Vochatzer. Foto: Baumann
Erzielt das Goldene Tor für die Kickers in Freiberg: Der kampf- und laufstarke Leander Vochatzer. Foto: Baumann

Freiberg - Leander Vochatzer bekam von den Fans der Stuttgarter Kickers das Megafon in die Hand gedrückt – und los gingen die Feierlichkeiten nach dem Abpfiff des Oberliga-Spitzenspiels beim SGV Freiberg. Doch der Torschütze zum entscheidenden 1:0-Siegtreffer in der 55. Minute (nach Vorlage von Nico Blank) zeigte sich auf dem Weg in die Kabine schon wieder sachlich-nüchtern: „Wir haben verdient gewonnen, ein starkes Spiel gemacht, aber eben noch nichts erreicht. Wir dürfen jetzt auf keinen Fall nachlassen“, forderte der 22-Jährige vor dem Heimspiel an diesem Mittwoch (14 Uhr/Gazistadion) gegen den Tabellen-Achten FV Ravensburg. Mit einem Sieg könnten die Blauen den schärfsten Verfolger Bahlinger SC um vier Punkte distanzieren. Das Team vom Kaiserstuhl ist am Mittwoch spielfrei, da es seine Partie gegen den SSV Reutlingen (1:1) bereits am 10. April ausgetragen hat.

Neue Formation überzeugt

Trainer Tobias Flitsch hatte die kampf- und laufstarken Vochatzer und Nico Blank neu ins Team beordert und mit einer stabilen Dreierkette (Blank, Lukas Kling, Pedro Astray) vor der Abwehr gespielt. Davor agierte Vochatzer, der den Spielaufbau der Freiberger störte und auch immer wieder zu Balleroberungen kam. „Wir wollten das Zentrum zumachen, deshalb habe ich die Formation geändert“, begründete Flitsch die Umstellung. Der Schachzug ging auf. Bis auf eine Konterchance von Top-Torjäger Marcel Sökler (28 Saisontreffer) in der 26. Minute – Kickers-Keeper Ramon Castellucci reagierte glänzend – ließen die Blauen keine Möglichkeiten der Freiberger zu. „Es war beeindruckend, wie konzentriert wir in der Defensive auftraten“, fand Flitsch. Entsprechend verdient war der Erfolg vor den 2400 Zuschauern im Wasenstadion.

Lesen Sie auch: Das machen die Ex-Trainer der Blauen

„Das war das beste, was ich von den Kickers in dieser Saison gesehen habe, die Mannschaft hat fußballerisch richtig überzeugt und spielte wie aus einem Guss“, lobte Ex-Kickers-Profi Ralf Vollmer das Team, das zum 18. Mal in dieser Runde ohne Gegentor blieb. Einziges Manko: Bis auf das Tor von Vochatzer schlug sich die klare Dominanz nicht in Zählbares nieder. Torjäger Mijo Tunjic (17 Saisontreffer) schoss sogar einen Elfmeter übers Tor (65.). „Das war ein ganz klarer und verdienter Sieg der Kickers“, räumte auch Freibergs Trainer Ramon Gehrmann ein, „wir waren von Beginn an nicht im Spiel und hatten ungewöhnlich viele Passfehler.“ Auf die Kickers hat der SGV nun acht Punkte Rückstand, doch mit einem Sieg an diesem Mittwoch (14 Uhr) beim 1. CfR Pforzheim könnte Freiberg den Rückstand auf Relegationsplatz zwei auf vier Punkte verkürzen. „Wir geben nicht auf“, gab sich Gehrmann fünf Spieltage vor Schluss kämpferisch.

Entwarnung bei Astray

Und die Kickers? „Wir dürfen uns jetzt kurz freuen, aber am Mittwoch geht’s von Neuem los – und da wollen wir unsere Situation weiter verbessern“, sagte der Sportliche Leiter Martin Braun mit Blick aufs Heimspiel gegen Ravensburg, zu dem über 3000 Zuschauer erwartet werden. Vielleicht kann dann sogar Pedro Astray schon wieder mit am Ball sein. Der ballsicherere Mittelfeldspieler, der allerdings zwei gute Chancen vergab, musste in Freiberg wegen einer Verletzung am Sprunggelenk kurz vor Schluss ausgewechselt werden. Doch am Sonntag bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen nicht. Es sei wohl nur eine starke Bänderdehnung, hieß es aus dem Lager der Blauen.

Aufstellungen

SGV Freiberg: Bromma – Schimmel, Rohr, Zagaria, Fausel – Braun, Kröner, Müller (77. Pischorn), Latifovic – Sökler, Muzliukaj (73. Matrotta).

Stuttgarter Kickers: Castellucci – Ludmann, Auracher, Niedermann, Klauß – Blank, Kling, Astray (82. Landeka) – Vochatzer (88. Stepcic) – Tunjic (90. Miftari), Schaller (73. Badiane).

Restprogramm

Kickers – FV Ravensburg (Mittwoch, 1. Mai, 14 Uhr)

FC 08 Villingen – Kickers (Samstag, 4. Mai, 15 Uhr)

Kickers – SV Spielberg (Samstag, 11. Mai, 14 Uhr)

SSV Reutlingen – Kickers (Samstag, 18. Mai, 15.30 Uhr)

FSV 08 Bissingen – Kickers (Donnerstag/Christi Himmelfahrt, 30. Mai, 15 Uhr).