Stuttgarter Kickers Warum Ramon Gehrmann wunschlos glücklich ist

Von Jürgen Frey 

Auf die Torjäger ist weiter Verlass, die Spieler von der Bank bringen Impulse. Trainer Ramon Gehrmann ist mit dem 3:0 gegen die Neckarsulmer SU sehr zufrieden. Können die Stuttgarter Kickers vor der Winterpause sogar noch weiter zulegen?

Applaus für seine Mannschaft: Kickers-Trainer Ramon Gehrmann darf sich nach dem 3:0 gegen die Neckarsulmer Sport-Union über den Sprung auf Platz zwei freuen. Foto: Baumann
Applaus für seine Mannschaft: Kickers-Trainer Ramon Gehrmann darf sich nach dem 3:0 gegen die Neckarsulmer Sport-Union über den Sprung auf Platz zwei freuen. Foto: Baumann

Stuttgart - Ramon Gehrmann besticht oft durch seine messerscharfen Analysen. Ab und zu liefert der Trainer des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers auch einen erfrischend-munteren Spruch oder einen blumigen Vergleich. Als es nach dem 3:0 (1:0) gegen die Neckarsulmer Sport-Union ums Vorrundenfazit ging, erklärte er: „Bei der Darstellung der Geburtenrate spricht man vom Pillen-Knick, wir hatten den Oberachern-Knick.“ Was der 45-Jährige damit sagen wollte: Nach der innerhalb von zehn Minuten verspielten 4:1-Führung beim SV Oberachern (Endstand 4:4) kamen große Zweifel auf am Team. Es folgten zwei weitere Spiele ohne Sieg – und nach dem 1:2 in Villingen am 19. Oktober war die Tabellenspitze für die Kickers satte sieben Punkte entfernt.

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Doch danach haben die Blauen wieder die Kurve bekommen. In den vergangenen fünf Spielen gab’s vier Siege und ein Unentschieden. Der Lohn: Platz zwei, punktgleich mit Spitzenreiter VfB Stuttgart II. „Wir sind wunschlos glücklich mit dem 3:0 und mit der Platzierung zum Ende der Vorrunde. Das hätte uns vor drei, vier Wochen keiner zugetraut“, sagte Gehrmann nach dem sechsten Saison-Heimsieg vor 2285 Zuschauern.

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Nach zähem Beginn trafen Mijo Tunjic (27. Minute/17. Saisontor), der erst Sekunden zuvor eingewechselte Malte Moos (76.) und Cristian Giles (80./neuntes Saisontor). Auffallend: Während der Gegner nach einer Stunde auch kräftemäßig abbaute, konnten die Blauen zulegen. Was auch daran lag, dass das NSU-Team von Trainer Marcel Busch lange Zeit sehr viel investierte, nicht wie erwartet tief stand, sondern die Kickers überraschend früh angriff.

Noch zwei Spiele vor der Pause

Nun stehen für die Blauen 2019 noch zwei Spiele an: Am kommenden Samstag (14.30 Uhr) geht es zum Freiburger FC (der unter seinem neuen Trainer Joschua Moser Fendel 20 von 24 Punkten aus den letzten acht Spielen holte), und am 7. Dezember (14 Uhr) kommt der FV Ravensburg ins Gazi-Stadion auf der Waldau.