Hfür den Nachbarn Fall 32 Frau L. schreibt sich mit ihren Gedichten frei

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Frau L. wandert gerne und die Rentnerin schreibt Geschichte und Gedichte. Sie hat im sozialen Bereich gearbeitet und kann sich von ihrer Mini-Rente keinen neuen Herd kaufen.

Frau L. wandert gerne in der Gruppe in der freien Natur (Symbolbild). Foto: Horst Rudel
Frau L. wandert gerne in der Gruppe in der freien Natur (Symbolbild). Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Mit 17 Jahren riss Frau L. von zu Hause aus. „Es herrschte bei uns immer eine schwüle Gewitterstimmung“, umreißt sie die Atmosphäre im bürgerlich geprägten Elternhaus. Der Vater trank und war wegen seiner Ausbrüche von allen gefürchtet. Die Mutter war psychisch krank. Die Jugendliche hielt die psychischen und physischen Misshandlungen nicht mehr aus und floh in eine andere Stadt. Dort kam sie in Kontakt mit der Drogenszene. Einige Jahre lebte sie so am Abgrund. „Dann half mir jemand, und ich bin durch diese Begegnung sehr religiös geworden“, berichtet sie.

Mit Stift und Block unterwegs

Sie fand eine Wohnung und einen Job im sozialen Bereich. Es war eine Hilfstätigkeit, denn eine Berufsausbildung hatte sie nie gemacht. Das war in den 1990er Jahren. „Damals verdienten Frauen ein Drittel weniger als Männer. Das ist das Geld, das mir heute bei meiner Rente fehlt“, ärgert sich die Frau Mitte sechzig. Inzwischen arbeitet sie nicht mehr und widmet sich ihrem Hobby, dem Schreiben. „Ich habe immer Stift und Block dabei. Wenn ich etwas beobachte, muss ich es gleich notieren“, sagt sie. Zu Hause werden aus ihren Notizen skurrile Geschichten oder Gedichte. Vielleicht, weil sie so viel in ihrem Leben mitmachen musste, hat sie so etwas wie schwarzen Humor entwickelt. Ihre Texte schreibt sie nur für sich alleine auf dem Computer.

Wandern in der Natur

Außerdem interessiert sich Frau L. für moderne Kunst, und sie wandert gerne mit einer Gruppe, der sie sich angeschlossen hat. „Wir fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln raus. Mir gefällt das, denn ich bin sehr naturverbunden“, charakterisiert sie sich selbst. Trotz ihrer Minirente, zu der sie aufstockend Sozialhilfe erhält, versucht sie, kleine Beträge anzusparen. „Es kann ja sein, dass ich einmal umziehen muss oder dass mein PC kaputt geht“, sagt. Jetzt funktioniert ihr Herd nicht mehr. Den hat sie vor vielen Jahren schon gebraucht gekauft. Der Backofen bleibt kalt und nur noch eine Platte ist zuverlässig, zwei werden gar nicht mehr heiß und eine beginnt zu glühen, wenn sie sie einschaltet. Außerdem braucht Frau L. gut passende Schuhe, denn sie muss Einlagen tragen, und sie hat immer wieder Schmerzen in den Gelenken.

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