Haltestelle Staatsgalerie in Stuttgart Haltestellenbau hinter Zeitplan

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Beim Bau der Haltestelle Staatsgalerie gibt’s Verzögerungen. Die Strecke zum Charlottenplatz bleibt länger dicht, durchs Europaviertel rollen die Bahnen erst Ende des Jahres.

Auch wenn schon erste Tunnelteile zu erkennen sind, hinkt die Stadtbahnbaustelle an der Staatsgalerie dem Terminplan hinterher. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 7 Bilder
Auch wenn schon erste Tunnelteile zu erkennen sind, hinkt die Stadtbahnbaustelle an der Staatsgalerie dem Terminplan hinterher. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die Fahrgäste der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) müssen sich länger mit dem Umleitungsverkehr im Bereich Staatsgalerie arrangieren als bislang bekannt. Die Haltestelle wird komplett neu gebaut, die Tunnel davor und danach werden so angepasst, dass der neue Hauptbahnhof darunter hindurchpasst. Die Arbeiten in dem engen Bereich zwischen dem Planetarium und der Willy-Brandt-Straße gestalten sich komplexer als angenommen. Daher bleibt die Strecke zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz wohl bis Dezember gesperrt. Ursprünglich hätte diese von drei Linien befahrene Verbindung wieder im August ins Stadtbahnnetz integriert werden sollen.

Komplizierte Sicherung der Baugruben

Die Arbeiten zur Sicherung der Baugruben hätten länger gebraucht als gedacht, erklärt eine SSB-Sprecherin auf Anfrage. „Ein Termin im Dezember ist daher aus heutiger Sicht realistisch“, sagt sie mit Blick auf die Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz. Die Einschränkungen und Umleitungen laufen beim städtischen Nahverkehrsunternehmen unter dem Oberbegriff „Netz 2016“. Dieses hätte im August ins „Netz 2017“ übergehen sollen. Das sieht unter anderem vor wegen der anstehenden Arbeiten vorübergehend die Verbindung zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof zu kappen.

Stuttgart-21-Kritiker monieren, dass im Genehmigungsverfahren für den milliardenschweren Umbau des Stuttgarter Bahnknotens von deutlich kürzeren Eingriffen in das Stadtbahnnetz die Rede gewesen sei. Zudem verweisen sie darauf, dass die Betroffenheit an der Haltestelle Staatsgalerie besonders hoch sei, da dort regulär fünf Linien halten. Die SSB kontern ihrerseits mit der Feststellung, dass trotz Eingriffs an dieser neualgischen Stelle des Netzes weiterhin alle Haltestellen bedient werden und es zudem gelungen sei, einen oberirdischen und damit stauanfälligen Busersatzverkehr vermieden zu haben.

Nesenbachkanal, Straßentunnel, Stadtbahnhaltestelle entstehen parallel

Die Unterquerung der Stadtbahngleise für den Tiefbahnhof gilt als einer der komplexesten Bereich von Stuttgart 21. Die Bauabläufe für den achtgleiseigen Bahntunnel und die darüberliegende dreigleisige Stadtbahnhaltestelle müssen exakt aufeinander abgestimmt werden. Zudem gilt der Bau eines neuen Nesenbachkanals zwischen dem Königin-Katharina-Stift und dem Planetarium als Voraussetzung dafür, die Stadtbahnstrecken wie erforderlich verlegen zu können. Dass parallel zur Baustelle auch noch die mehrspurige B14 verläuft, deren Unterquerung des Gebhard-Müller-Platzes bei der Gelegenheit auch gleich noch in nord-östlicher Richtung verlängert werden soll, komplettiert die Schwierigkeiten vor Ort.

Bei der Bahn gibt man sich angesichts der Verzögerung auf der SSB-Baustelle gelassen. Das liegt auch daran, dass die S-21-Bauer angesichts ihrer zweijährigen Verspätung des Bahnhofs ohnehin noch Optionen durchspielen, wie der Verzug zumindest in Teilen wieder aufzuholen ist.

Für die SSB selbst bleibt der langsame Bauablauf an der Staatsgalerie auch nicht ohne Folgen. So verschiebt sich die für Sommer angekündigte Inbetriebnahme der beiden U-12-Neubaustrecken durch das Europaviertel (mit neuer Haltestelle Budapester Platz) sowie zwischen Hallschlag und Neckartal (mit neuer Haltestelle Bottroper Straße) ebenfalls in den Dezember. Zu oft will das Nahverkehrsunternehmen nicht in sein Netz eingreifen und die Passagiere mit Umstellungen konfrontieren. „Alle Umstellungen im Netz werden weiterhin gemeinsam zu einem Termin erfolgen“, bestätigt die SSB-Sprecherin.

Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher des städtischen Tochterunternehmens, hatte den späteren U-12-Start bereits am Wochenende bei einer Jubiläumsveranstaltung der Verkehrsfreunde Stuttgart angekündigt. Die U 12, dann mit 80 Meter langen Zügen unterwegs, sichert für Fahrgäste aus dem Nordosten Stuttgarts den direkten Zugang zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Linie U 14, die bislang dafür zuständig war, wird nach der vorübergehenden Schließung der Strecke zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof diese Verbindung nicht mehr sicherstellen können.