VfB-Stuttgart zum Saisonstart Schwere Zeiten für den VfB?

Von dapd 

Die Stuttgarter sind momentan nicht gerade optimistisch: Während andere Vereine viele teure Neuzugänge einkaufen konnten, sind die Schwaben sparsam. Droht eine der schwierigsten Spielzeiten der letzten Jahre?

VfB-Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic: „Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren Konkurrenten.“ Foto: Pressefoto Baumann 30 Bilder
VfB-Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic: „Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren Konkurrenten.“ Foto: Pressefoto Baumann

München - Das Trainingsgelände der Stuttgarter Profis ist verwaist. Bis Freitag weilen die VfB-Spieler noch im aktiven Urlaub und folgen einem individuellen Fitnessplan. Sie werden die kurze Ruhepause brauchen. Denn Stuttgart steht eine der wohl schwierigsten Spielzeiten der vergangenen Jahre bevor. Während die Konkurrenz mächtig aufrüstet, üben sich die Schwaben in Sparsamkeit. Der Kader des Fußball-Bundesligisten wurde ausgedünnt, namhafte Verstärkungen blieben aus. Hinzu kommen Verletzungspech und Misstöne von Cacau. Die Vorzeichen vor der Rückkehr auf die europäische Fußballbühne könnten besser stehen.

Zwei Neuzugänge hat der VfB für die kommende Saison verpflichtet: Tunay Torun, einen Ergänzungsspieler von Absteiger Hertha BSC, und Tim Hoogland, einen Langzeitverletzten von Schalke 04. Dagegen stehen fünf teils schmerzhafte Abgänge, wie der von Julian Schieber. Stuttgart beschreitet einen riskanten Weg zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlicher Konkurrenzfähigkeit.

Labbadia spricht von „klarem Wettbewerbsnachteil“

Selbst Trainer Bruno Labbadia spricht von einem „schmalen Grat“. Dass Stuttgart nicht bereit sei, unseriös zu wirtschaften, erfülle ihn mit Stolz, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“, betonte aber auch: „Der Nachteil ist nur, dass die anderen Vereine richtig zulangen.“ Mit Blick auf die eigenen zurückhaltenden Transferaktivitäten sieht er einen „klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren Konkurrenten“.

Und das ausgerechnet in einer Saison, die besonders kräftezehrend werden dürfte. Wenn sich Stuttgart für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert und im DFB-Pokal weiterkommt, stehen den Profis bis zur Winterpause 28 Pflichtspiele bevor. Den Auftakt bestreiten sie im DFB-Pokal bei Brandenburg-Ligist SV Falkensee-Finkenkrug am 18. August. Es folgen das Play-off-Hinspiel in der Europa League am 23. und der Bundesliga-Start gegen den VfL Wolfsburg am 26. August.

Assistenztrainer Eddy Sözer ist sich daher sicher: „Die Vorrunde mit drei Wettbewerben wird hart.“ Was auch daran liegt, dass mit Daniel Didavi einer der Hoffnungsträger während der kompletten Hinrunde wegen eines Knorpelschadens im Knie ausfällt.

„Ein missmutiger Cacau bringt uns nicht weiter“

Hiobsbotschaften wie diese sind ein Grund dafür, dass Labbadia „lieber noch Spieler holen und die Qualität weiter steigern würde“. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind klar umrissen. Manager Fredi Bobic hatte die Vorgabe, den Lizenzspieler-Etat um zehn Millionen Euro zu senken, damit unter dem Jahresergebnis 2012 die schwarze Null steht. Ein Ziel, das der 40-Jährige durch die Verkäufe von Schieber nach Dortmund (rund sechs Millionen Euro Ablöse) und Timo Gebhart nach Nürnberg (rund eine Million) sowie die eingesparten Gehälter der Topverdiener Matthieu Delpierre und Khalid Boulahrouz (die Verträge wurden nicht verlängert) erreicht hat.

Für eigene Transferbemühungen bliebe aber nur bei weiteren Spieler-Verkäufen Spielraum. Nationalstürmer Cacau hat zwar bereits angekündigt, über einen Vereinswechsel nachzudenken, da er mit seiner Reservistenrolle der vergangenen Saison unzufrieden ist. Doch Labbadia ist wenig begeistert von dem Gedanken, seinen Edeljoker ziehen zu lassen: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass er bleibt.“ Der Coach stellte aber gleichzeitig klar: „Er muss das auch wollen. Ein missmutiger Cacau bringt uns nicht weiter.“ Denn Labbadia ahnt, wie schwer diese Saison für den VfB werden wird.




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