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Von Tamikrest bis Glitterbeat Sahel-Sounds in und aus Stuttgart

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Wüstenrock spielt in der Region Stuttgart eine größere Rolle als man gemeinhin denken möchte. Das liegt am aktuellen Konzertprogramm – und an einem für dieses Genre sehr wichtigen Label.

Tamikrest beim Konzert in der Manufaktur Stuttgart Foto: Jan Georg Plavec
Tamikrest beim Konzert in der Manufaktur Stuttgart Foto: Jan Georg Plavec

Stuttgart - Nicht nur das Sommerfestival der Kulturen, auch das Theater Rampe und die Manufaktur Schorndorf sind (wieder einmal) Spielorte für Wüstenrock. In der Rampe wurde unlängst „A Story of Sahel Sounds“ gezeigt, eine Doku über den Betreiber des gleichnamigen Labels, Christopher Kirkley. Drei Stuttgarter Filmemacher haben Geld gesammelt, um Kirkley bei einer Reise nach Mali und Niger zu begleiten, immer auf der Suche nach neuer Fusionmusik .

Die Filmemacher selbst verstehen die Adaption der E-Gitarre für die Tuareg-Musik übrigens nicht als Kulturimport, sondern vielmehr als den afrikanischen Musikern eigenen Remix – der dann wiederum stark nach Krautrock klingen kann. Das war die Erkenntnis des beeindruckenden Konzerts von Tamikrest in der Manufaktur Schorndorf vergangenen Mittwoch. Tamikrest klingen natürlich auch deshalb so europäisch, weil der Gitarrist und der Schlagzeuger Franzosen sind.

Glitterbeat als wichtiges Label

Die Band aus Mali ist eine der erfolgreichsten auf dem (überschaubaren) Markt für Wüstenrock und ihr Label Glitterbeat überdies an Stuttgart angebunden: einer der Labelchefs, Peter Weber, lebt hier; der andere ist der Sänger der Walkabouts, Chris Eckman. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft, wie vergangenes Jahr in der „Welt“ zu lesen war. Weber ist auch Inhaber des Labels Glitterhouse, bei dem neben vielen anderen auch Die Nerven und Sea + Air Platten veröffentlicht haben – noch eine Verbindung zu Stuttgart.

Um den Schwenk zurück zu afrikanisch geprägter Popmusik zu schaffen: Am 3. August spielen die Pioniere des Tuareg-Rock, die malische Band Tinariwen, ebenfalls in der Manufaktur Schorndorf. Wer auch etwas weiter fährt, kann bereits am 18. Mai Bombino in Straßburg sehen; dessen Album wurde vom Black-Keys-Chef Dan Auerbach produziert und klingt wie Tamikrest ebenfalls recht stark nach klassischem Bluesrock.