Waldpflege in Stuttgart Im Stuttgarter Stadtwald muss aufgeräumt werden

Auch im Stuttgarter Wald müssen demnächst Bäume gefällt werden wie hier bei Frankfurt nach den vergangenen Jahren mit viel Trockenheit und Stürmen. Foto: dpa/Boris Roessler
Auch im Stuttgarter Wald müssen demnächst Bäume gefällt werden wie hier bei Frankfurt nach den vergangenen Jahren mit viel Trockenheit und Stürmen. Foto: dpa/Boris Roessler

Nach den vergangenen beiden Jahren mit langen Trockenperioden und schweren Stürmen ist nun die Pflege des Forsts angesagt.

Lokales: Armin Friedl (dl)
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Stuttgart - Wie ist es um den Stuttgarter Wald bestellt? – Offensichtlich nicht sehr gut, wenn man Folgendes liest: „Durch die vergangenen drei Hitzesommer und dem hohen Befall durch Borkenkäfer ist der Wald sehr in Mitleidenschaft geraten. Beispielhaft für diesen Zustand ist die Waldfläche nahe Stuttgart-Büsnau, zwischen der Magstadter Straße und Mahdentalstraße. Vertrocknete Jungpflanzen, heruntergefallene Äste und herumliegendes Schadholz zeigen auf, dass unser Wald bereits bessere Zeiten erlebt hat“, schreibt die CDU-Fraktion in ihrer Anfrage an den Gemeinderat vom 16. August. Und stellt dazu noch fest: „Nach der subjektiven Wahrnehmung ist festzustellen, dass die Waldflächen im Landesbesitz trotz derselben Probleme in den vergangenen Jahren besser gepflegt werden gegenüber dem städtischen Forst.“

Massive Pflegerückstände in manchen Bereichen

Diese Beobachtungen macht nicht nur die CDU. Auch die Stadtverwaltung spricht von „massiven Pflegerückständen in manchen Beständen“ des Stadtwalds. Das teilt die Pressestelle mit: „Dies ist der Trockenheit der Jahre 2019 und 2020 und den Sturmereignissen der vergangen zwei Jahre geschuldet (letztes, großes Sturmereignis in Stuttgart war am 28./29. Juni 2021).“ Und es wird präzisiert: „Mit Pflegerückständen sind vor allem durch Trockenheit oder Schädlinge abgestorbene Bäume oder Baumteile gemeint. Dies können stehende oder bereits umgefallene Bäume sein.“ Als weiterer Grund wird genannt, dass es seit 2019 keinen regulären Holzeinschlag mehr gegeben hat im Stuttgarter Stadtwald.

Am 19. Oktober wird über Pflegemaßnahmen entschieden

Dies ist ein Fall für den 2019 ins Leben gerufenen Waldbeirat der Stadt Stuttgart, der als beratendes Gremium mit Waldexperten der verschiedenen Bereiche besetzt ist. Eine konkrete Planung, wo es welche Art von Pflegeeingriffe geben soll, gibt es zwar noch nicht. Aber Eile ist geboten: „Die Empfehlung, bereits in der Wintersaison 2021/22 wieder zumindest mit Pflegemaßnahmen im Stuttgarter Stadtwald zu beginnen, wird dem Waldbeirat in der nächsten Sitzung am 19. Oktober unterbreitet“, heißt es von der Pressestelle der Stadt.

Völlig untätig ist man deshalb aber auch nicht geblieben: „Nach einem Sturmereignis wie zuletzt Ende Juni und Anfang Juli dieses Jahres werden im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht die Gefahrenquellen wie eingerissene Kronen oder schräg stehende Bäume an Waldrändern, Grillhütten, Waldspielplätzen und ähnlichen Stellen kontrolliert und bei Gefahr entfernt.“ Einschränkend wird aber auch hinzugefügt: „Im Waldbestand selbst, abseits der Wege, geschieht dies in der Forstwirtschaft in der Regel im Rahmen regelmäßiger Eingriffe, also mit Durchforstungen oder Verjüngungshieben. Diese Eingriffe sind aber seit 2019 im Stuttgarter Stadtwald ausgesetzt.“

Jungpflanzen schützen

Es wird also einige los sein in den nächsten Monaten in Teilen des Stuttgarter Stadtwaldes. Auch wenn noch nicht klar ist, wann und wo dies sein wird. Dann gibt es Antworten auf diese Fragen, die nicht nur die CDU-Fraktion umtreibt: „Wie steht es um die Stuttgarter Waldflächen? Wie können die Jungpflanzen in der Zukunft vor trockenen Perioden gerettet werden? Nutzt die Stadt bereits Jungpflanzen, die sich an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen können? Wurden mögliche Fördermittel vom Land für die Aufforstung abgerufen oder gibt es Patenschaften mit privaten Geldgebern, etwa von Firmen? Kann dieses Nutzholz oder Schadholz, das seit mehreren Monaten in den städtischen Wäldern herumliegt, eventuell als Bauholz zum Einsatz kommen, wo es ja aktuell einen großen Bedarf gibt?“




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