Zeppelin-Gymnasium in Stuttgart Neubau wird größer und doppelt so teuer

Von Konstantin Schwarz 

Vor der Abstimmung gab’s einen Konflikt auf offener Bühne zwischen Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) und Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU), am Ende wurde das konservative Lager überstimmt. Der Neubau des Zeppelin wird verschoben und dafür doppelt so groß und doppelt so teuer.

Das Zeppelin-Gymnasium im Stuttgarter Osten Foto: Steinert
Das Zeppelin-Gymnasium im Stuttgarter Osten Foto: Steinert

Stuttgart - Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat am Mittwoch in einer Ad-hoc-Entscheidung die Ausschreibung für den Bau der neuen, rund 3,45 Millionen Euro teuren Mensa am Zeppelin-Gymnasium gestoppt. Die Arbeiten sollten im März beginnen. Gleichzeitig beschloss das Gremium bei Enthaltung der CDU-Fraktion, nicht nur die neue Mensa, sondern über dieser auch zwei Stockwerke mit Klassenräumen zu bauen. Dafür werden zusätzlich zu den 3,45 voraussichtlich weitere 3,8 Millionen Euro benötigt. Der Bau verschiebt sich dadurch auf mindestens Ende 2017. Die CDU stimmte dagegen, die Zusatzmittel im Vorgriff auf den Haushalt 2018/2019 zu bewilligen. SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP und SÖS/Linke-plus stimmten dafür.

Ein Konflikt auf offener Bühne

Der Abstimmung war ein Konflikt auf offener Bühne zwischen Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) und Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) vorausgegangen. Fezer hatte das Thema per Tischvorlage eingebracht und so auf einen Antrag der Mehrheit reagiert. Als sie die Mittel beantragte, fiel ihr Föll ins Wort. Er kenne den Vorgang „seit heute“, ein Vorgriff auf den Haushalt sei „nicht sachgerecht“. Fezer zog den Punkt zurück, SPD-Fraktionschef Martin Körner stellte ihn aber zur Abstimmung. Für die CDU kritisierte Fred-Jürgen Stradinger, die SPD ziehe für ihr Klientel im Osten eine von vielen sanierungsbedürftigen Schulen vor.

Am Zeppelin-Gymnasium in der Neckarstraße kann das Abitur noch in neun Jahren abgelegt werden, für die offene Ganztagsschule wird außerdem ein stark nachgefragtes Mittagessen angeboten. Wegen der Raumnot wird gegenüber am Stöckachplatz die alte Hauswirtschaftsschule Ost mit genutzt. Dieses Haus müsste umfassend (1,85 Millionen Euro) saniert werden, wenn es keinen erweiterten Neubau am Zeppelin gäbe. Für den Stöckachplatz und die alte Schule existiert seit 2015 aus einem Wettbewerb von Harris und Kurrle Architekten der Vorschlag, den Platz neu zu ordnen und Wohnungen und einen Supermarkt zu bauen.

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