ADAC-Übungsplatz Historie und Zukunftstechnologie erhalten einen Platz

Von Ulrike Otto 

Der ADAC schreibt einen Architektenwettbewerb für den Übungsplatz im Mahdental aus.

Allerlei Tricks gibt es beim Biker-Treff des ADAC im Mahdental zu sehen. Foto: factum/Granville
Allerlei Tricks gibt es beim Biker-Treff des ADAC im Mahdental zu sehen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Was lange währt, wird endlich gut? Bereits vor zwei Jahren ist der ADAC mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit getreten, den Verkehrsübungsplatz im Mahdental zu modernisieren und umzugestalten. Seitdem geht es nur in kleinen Schritten voran. Wie das ­Gelände neu aufgeteilt werden soll, steht mittlerweile fest. Wie die Gebäude und Anlagen konkret aussehen soll, noch nicht. Dafür hat der ADAC nun fünf Architektenbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. Dieser erstattet zwar die Kosten, offiziell durchführen muss ihn aber die Stadt Leonberg.

Weshalb sich jetzt auch der Gemeinderat wieder mit dem Thema befasst hat. Für das Vorhaben muss nämlich der Be­bauungsplan geändert werden. „Ich bin ­überrascht, dass es zu diesem doch recht überschaubaren Projekt solch einen Wett­bewerb geben soll. Was da schon alles untersucht wurde“, meint Dieter Maurmaier (FDP). „Ich bin froh, dass der ADAC und das Planungsbüro diesen Weg gehen“, sagt dagegen Baubürgermeister Klaus Brenner. „So bekommen wir mehr Ideen, was geht und was nicht.“

Neue Nutzung für den Start- und Zielturm

Der Ideenwettbewerb teilt sich dabei in drei Teile auf. Im Bereich nördlich der Mahdentalstraße werden Ideen für das ­historische Boxengebäude gesucht, das ­saniert und später für Veranstaltungen ­genutzt werden soll. Der bisherige Zugang zum Gelände über einen Tunnel fällt weg, stattdessen wird eine neue Einfahrt geplant sowohl für den Übungsplatz als auch für den Seehaus-Komplex.

Der zweite Bereich betrifft das Gelände südlich der Mahdentalstraße. Da wäre etwa der historische Start- und Zielturm der einstigen Solitude-Rennstrecke, der den Gemeinderäten besonders am Herzen liegt. Er soll aufgewertet werden, ein ­Nutzungskonzept steht noch aus. Der eigentliche Verkehrsübungsplatz wird weiter südlich verlegt. Geplant sind hier neue Funktions- und ein Schulungsgebäude, außerdem Wetterschutzhäuschen. Im dritten Teil des Wettbewerbs geht es darum, wie die frei werdenden Flächen und die Grünanlage gestaltet werden sollen.

Das Vorhaben ist besonders heikel, da die gesamte Anlage im Landschaftsschutzgebiet Glemswald liegt. Deshalb setzt das Planungsbüro Drees und Sommer darauf, dass es nach der Umgestaltung weniger versiegelte Fläche gibt als vorher. Bei der Planung wurde zudem festgestellt, dass in   dem Gebiet Fledermäuse jagen. Dem ­müsse man nun bei der Gebäudehöhe Rechnung tragen. „Das Thema Umwelt und Ökologie soll sich auch in der Gestaltung der Gebäude wiederfinden“, heißt es in der Präsentation des Planungsbüros. So sei ­etwa angedacht, Schaukästen und Schaufenster zu schaffen, die Neues aus der Forschung und Entwicklungen rund um das Thema Mobilität zeigen.

20 000 Fahranfänger üben hier jährlich

Der Verkehrsübungsplatz ist mittlerweile 50 Jahre alt und aus dem Fahrerlager der ehemaligen Solitude-Rennstrecke. Pro Jahr unternehmen hier etwa 20 000 Fahranfänger ihre ersten Versuche, rund 10 000 Teilnehmer besuchen ein Fahrsicherheitstraining. Außerdem veranstaltet der ADAC einmal im Jahr einen Bikertreff. Die Ziel­gerade der alten Rennstrecke wird zudem für das jährliche Motorradtreffen „Glems­eck 101“ sowie das alle zwei Jahre statt­findende Solitude-Revival genutzt.

Der Startschuss für den Wettbewerb hätte am 1. Oktober mit der Ausgabe der Unterlagen fallen sollen. Da es aber noch Abstimmungsbedarf mit dem Regierungspräsidium gebe, muss der Termin verschoben werden. Ob das Preisgericht, zu dem auch Oberbürgermeister Martin Kaufmann, Baubürgermeister Klaus Brenner sowie fünf Gemeinderäte gehören, noch in diesem Jahr tagen kann, ist fraglich.

Womit man aber schon jetzt beginnen könnte, dazu hatte Wolfgang Röckle (CDU) einen Vorschlag: „Wir haben schon ­mehr­fach darauf hingewiesen, doch mal die ­Büsche an der Straße zu schneiden.“




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