Änderungen für Stuttgart 21 auf den Fildern? Land begrüßt Pläne für neuen Gäubahntunnel

Von Konstantin Schwarz 

Die bisherigen Pläne zur Mitnutzung der S-Bahn-Gleise auf den Fildern durch Fern- und Regionalzüge könnten sich ändern. Der teure alternative Tunnelbau käme aber nicht vor 2030.

Entlang der A 8 laufen die Vorbereitungen für den Schienenbau zum Flughafen und weiter nach Ulm. Für den Anschluss der Gäubahn an den Airport gibt es jetzt neue Überlegungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Entlang der A 8 laufen die Vorbereitungen für den Schienenbau zum Flughafen und weiter nach Ulm. Für den Anschluss der Gäubahn an den Airport gibt es jetzt neue Überlegungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Am kommenden Dienstag soll in Berlin ein drittes Gutachten zur Umsetzung des Deutschlandtaktes präsentiert werden. Der Takt soll Fahrgästen bundesweit verlässliche Verbindungen zu festen Zeiten bieten. Zu den Plänen gehört auch ein neuer Anschluss der Gäubahn (Zürich-Stuttgart) an den Landesflughafen über einen zwölf Kilometer langen Tunnel von Stuttgart-Rohr aus.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) begrüßte am Freitag die Überlegungen der Gutachter. Zusammen mit einem auch vorgeschlagenen Tunnel von Feuerbach zur ICE-Schnellfahrstrecke nach Mannheim könne der Bahnverkehr deutlich verbessert werden. Ziel von Bund, Bahn und Land sei, die Fahrgastzahl auch aus Klimagründen bis 2030 zu verdoppeln. Ob die Infrastrukturvorschläge bis dahin umgesetzt seien bezweifelte er aber. Allein der Tunnel auf den Fildern werde mehr als ein Milliarde Euro kosten.

Klagen zu S-21-Plänen angekündigt

Bisher ist der Flughafenanschluss der Gäubahn im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 unter Mitnutzung der S-Bahn-Gleise und dem Bau eines Zusatzgleises am Flughafen geplant, aber nicht genehmigt. Die Kommune Leinfelden-Echterdingen läuft dagegen Sturm, auch die Schutzgemeinschaft Filder droht mit einer Klage. Die CDU im Landtag ließ am Freitag ganz neue Töne hören und nannte diese S-21-Pläne „Murks und nur ein fauler Kompromiss“. Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) hatte sie 2015 wesentlich mit befördert. Die S-21-Projektgesellschaft wollte sich am Freitag nicht äußern, das sei kommenden Dienstag möglich.

„Am dringendsten wäre eine Verständigung auf den Erhalt der Gäubahnführung in die City“, sagt Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft. Hermann verweist darauf, dass die Gäubahn dort mit Inbetriebnahme von S 21 Ende 2025 abgehängt wird. Er plädiert für eine unterirdische Ergänzungsstation am neuen Tiefhalt, der die Gäubahn aufnehme, bis der Zulauf über den Airport fertig sei, aber auch Metropolexpress- und S-Bahnen.

S-21-Gegner fordern Baustopp

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 bezeichnet die neuen Pläne als „Eingeständnis und sündhaft teuren Versuch, noch irgendwie zu retten, was zu retten ist, damit S 21 den Bahnverkehr nicht völlig ausbremst“. Der Tiefbahnhof stelle einen Rückschritt dar, die Baumaßnahmen sollten gestoppt werden.

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