Baden-Württemberg Baustopps verschleppen Mobilfunk-Ausbau

Von Daniel Gräfe 

Bei Vodafone stehen bundesweit derzeit 562 von 7000 Mobilfunk-Baustellen still. Widerstand gibt es vor allem im Südwesten.

Ein Mann telefoniert neben einer Basisstation. Der Aufbau von Mobilfunkmasten  wird immer wieder gestoppt. Allein bei Vodafone gibt es bundesweit derzeit 562 Baustopps. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Ein Mann telefoniert neben einer Basisstation. Der Aufbau von Mobilfunkmasten wird immer wieder gestoppt. Allein bei Vodafone gibt es bundesweit derzeit 562 Baustopps. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Stuttgart - Die Netzbetreiber im Land stoßen beim Aufbau ihrer Mobilfunknetze auf immer mehr Hindernisse. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland gibt es derzeit bei mehr als 1000 geplanten Mobilfunkstandorten Baustopps. Bei Vodafone stehen derzeit 562 der 7000 Mobilfunk-Baustellen bundesweit still. „Das ist eine riesige Zahl, vor allem in Baden-Württemberg ist es nicht einfach zu bauen. Wir erhalten harte Ausbauauflagen von der Bundesnetzagentur, erfahren aber Widerstände aus der Bevölkerung und den Gemeinden“, kritisierte Vodafones Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter im Interview mit unserer Zeitung. „Das passt mit den Erwartungen zum Ausbau nicht zusammen.“

Der Bau einer Mobilfunkstation kostet mindestens 200 000 Euro. Baustopps erwirken unter anderen Bürgerinitiativen, die gesundheitliche Auswirkungen im Zuge des Mobilfunkausbaus befürchten. Probleme bereiten den Mobilfunkern auch komplizierte Genehmigungsverfahren.

Auch Stuttgart wird an das 5G-Netz angeschlossen

Derzeit errichten die Netzbetreiber in den Großstädten die Netze für den neuen Mobilfunkstandard 5G, mit dem sich Daten schneller und fast verzögerungsfrei übertragen lassen. Während Stuttgart für Telefónica Deutschland dieses Jahr nicht auf dem Plan steht, will die Deutsche Telekom mit der 5G-Vernetzung aller Landeshauptstädte beginnen. Vodafone will bis Ende des Jahres rund zehn Millionen Menschen in Deutschland mit 5G versorgen, darunter auch Teile Stuttgarts und Karlsruhes. Vodafone-Chef Ametsreiter warnte vor fehlenden Genehmigungen beim weiteren Ausbau: „In zehn oder 15 Jahren wird es möglicherweise nur noch 5G gegeben. Gemeinden, die nicht mit 5G erschlossen sind, laufen dann Gefahr, abgehängt zu werden.“

Im Südwesten gibt es 2,5 Millionen Gigabit-Anschlüsse im Kabelnetz

Zurzeit baut Vodafone, das im vergangenen Jahr Unitymedia übernommen hat, in seinem Kabelnetz die schnellen Internetverbindungen massiv aus. In Baden-Württemberg stehen seit einer Woche 2,5 Millionen Gigabit-Anschlüsse zur Verfügung. Bis Ende des Jahres soll eine weitere knappe Million hinzukommen. Die meisten Gigabit-Anschlüsse gibt es mit 193 000 Haushalten in Stuttgart, Mannheim (159 000 Haushalte) und Karlsruhe (108 000 Haushalte).

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