Marode Gemäuer, bröckelnder Putz, kaputte Fensterscheiben, verwunschene Parks: „Lost Places“ – verlorene, verlassene, verschwundene, verwünschte Orte – sind ein beliebtes Ausflugsziel für Hobby-Fotografen und soziale Netzwerker. Bei Google gibt’s dazu die passende digitale Karte mit Suchfunktion.
Frühere Gefängnisse, verfallene Schulen, halb verschüttete Krematorien, verwaiste Schwimmbädern, baufällige Hotels: Orte, die einst belebt waren. Orte, die längst verloren, verlassen, verschwunden, verwünscht sind. Orte, die heute ein beliebtes Ausflugsziel für Hobby-Fotografen und soziale Netzwerker sind. Orte voller Geschichte und Geschichten. Orte, perfekt für außergewöhnliche Fotos. Das sind . . . „Lost Places“.
Was ist „Urban Exploration“?
„Urban Exploration“, „Urban Exploring“ oder kurz „Urbexing“, „Urbex“nennt sich die alternative Form der Stadterkundung nach verschwundenen, geheimnisvollen Stätten. . Die Fans dieses relativ neuen Genres der Ruinen-Fotografie nennen sich selbst „Urbexer“.
Was macht den Reiz von „Lost Places“ aus?
„Wir wollen als Fotografen den Verfall in Kunst transferieren. Wollen die Schönheit des Vergehenden herausarbeiten“, beschreibt eine der ‚Lost-Places‘-Fahnder ihr Hobby, das sie mit Menschen auf der ganzen Welt teilt. „Urbexer“ wollen den morbiden Charme verfallener Gebäude auf Fotos und Videos festhalten.
Die Bilder werden auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder X etwa unter dem Hashtag #lostplaces gepostet. Auf den Fotos bröckelt oft der Putz von den Wänden, dicker Staub wölbt sich auf den Treppenstufen, Fenster sind eingeschlagen. Es sieht aus wie in Gruselfilmen oder Mystery-Serien.
Wo findet man die Google-Maps-Karte Lost Places?
„Urbexer“ namens „Urbex Elite“ haben schon vor einiger Zeit damit begonnen, im Verborgenen, unerkannt von der Öffentlichkeit zu agieren und Fotos und Videos von „Lost Places“ weltweit zu sammeln. Auf einer kostenlosen Google-Maps-Karte mit einer umfangreichen Datenbank werden diese Orte übersichtlich und nach Erdteilen und Ländern katalogisiert präsentiert.
Hier kommen Sie zur Google-Maps-Karte Lost Places:
Was ist die Motivation der „Urbexer“?
Was bringt „Urbexer“ dazu, sich zu verlassenen, geheimnisvoll-verwunschenen Orten zu begeben? Dahinter steckt Neugierde, geschichtliches Interesse und die besondere Atmosphäre und Ästhetik verlassener Orten.
Offensichtlich tummelt sich in den sozialen Netzwerken neben den „Urbexer“ eine weitere Gruppe. Ihre Ambition scheint zu sein: der Reiz des Verbotenen, der Kick – oder auch die Klicks im Netz.
„Lost Places“ – die Bilder
Wo findet man „Lost Places“ in und um Stuttgart?
Auf den Webseiten der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ finden Sie unter dem Suchbegriff „Lost Place“ viele spannende und informative Artikel und Hinweise aus der Redaktion zu „Lost Places“ in und um Stuttgart.
Wir haben für Sie eine Auswahl aus der Fülle an verlorenen Orten zusammengestellt:
Hobbysuche oder Hausfriedensbruch?
Neben der spannenden Suche nach verlorene Orten darf man die rechtliche Seite nicht vergessen. Viele der brachen Gelände gehören privaten Eigentümern und das Betreten ist ohne deren Zustimmung nicht erlaubt.
Rechtlich gesehen balancieren die Besucher am Rande der Legalität und könnten wegen Hausfriedensbruchs belangt werden. Dabei gilt unter den eisten „Urbexern“ der Grundsatz: nicht einbrechen, nichts kaputt machen, nichts stehlen.
Auch meldet die Polizei immer wieder Unfälle auf verlassenen Geländen und in baufälligen Gebäuden. Die Feuerwehr warnt deshalb vor dem Betreten von „Lost Places“. Nicht nur marode Industrieanlagen seien gefährlich, sondern auch Atemgifte, die auf den ersten Blick nicht sichtbar seien.