Kommentar zu Grün-Rot Aufbruch statt Lähmung

Von Thomas Breinig 

100 Tage grün-rote Landesregierung: Die Koalitionsspitzen erinnern an ihr gemeinsames Projekt. Das war mal wieder nötig.

Hundert Tage grün-rote Regierung: Winfried Kretschmann (Grüne) und Nils Schmid (SPD) machen Zwischenbilanz. Foto: dapd 6 Bilder
Hundert Tage grün-rote Regierung: Winfried Kretschmann (Grüne) und Nils Schmid (SPD) machen Zwischenbilanz. Foto: dapd

Stuttgart - Hundert Tage währt die Schonzeit, die man neu an die Macht Gekommenen einräumt. Dann schaut man: Haben sie den Unterschied begriffen zwischen Opposition machen und Regierungsverantwortung tragen? Diese Frist ist für die grün-rote Landesregierung morgen abgelaufen. Und? Haben sie begriffen?

Nicht alle, aber die meisten. Der Regierungschef Winfried Kretschmann von den Grünen und sein sozialdemokratischer Stellvertreter Nils Schmid traten am Mittwoch vor die Öffentlichkeit und beschworen das gemeinsame Projekt "Politikwechsel". Das war dringend nötig. Denn die Sicht auf die Chancen dieses Projektes war zuletzt ziemlich verstellt von den Risiken, die es birgt. Und das war nicht einmal ein Erfolg der Opposition. Das haben die Koalitionspartner ganz allein hinbekommen. Natürlich spielt hier der Konflikt um Stuttgart 21 hinein, der Grüne und SPD trennt.

Dieser Konflikt macht stellvertretend deutlich, dass gute Politik nicht die ist, die alles besser weiß. Erfolg hat, wer seine Ungeduld zügeln und Menschen überzeugen kann. Die Neuen haben versprochen, dass sie zuhören wollen. Da kann mancher in der grün-roten Riege noch dazulernen. Wie will man die Bürger sonst in der Energiewende mitnehmen oder für mehr gesellschaftliche Aufgeschlossenheit gewinnen? Aber es sind ja noch 1700 Tage Zeit.

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