Oper Stuttgart Demo gegen AfD-Migrantenzählung in Kulturbetrieben angekündigt

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Am Samstag will ein breites Bündnis gegen die Forderung der AfD vor der Stuttgarter Oper demonstrieren, nachdem diese gefordert hatte, die Künstler in staatlichen Kulturbetrieben ohne deutschen Pass zu zählen.

Die Oper spiegelt sich bei Nacht im Eckensee – die AfD will durchleuchten, wie viele Migranten hier als Künstler beschäftigt sind. Foto: dpa
Die Oper spiegelt sich bei Nacht im Eckensee – die AfD will durchleuchten, wie viele Migranten hier als Künstler beschäftigt sind. Foto: dpa

Stuttgart - Unter dem Motto „Für ein offenes buntes Stuttgart – Kulturchauvinisten entgegentreten“ rufen Politik und Gewerkschaften am Samstag, 29. Juni, ab 14 Uhr vor der Stuttgarter Oper zu einer Kundgebung gegen die AfD auf. Auslöser für den Protest war eine Landtagsanfrage der AfD, in der sie die Offenlegung der Staatsangehörigkeiten der bei staatlichen Kulturinstitutionen beschäftigten Künstler gefordert hatte. Auch die Staatstheater Stuttgart, zu denen die Oper gehört, sind von dem Vorstoß betroffen.

Zum Unterstützerkreis der Demonstration zählen die Gewerkschaft Verdi, die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus Stuttgarter Gemeinderat, und womöglich die Grünen, wenn man OB Fritz Kuhn und seine deutlichen Worte zu der AfD-Anfrage bedenkt. Wahrscheinlich werden in den nächsten Tagen noch einige Unterstützer mehr bekannt. Eine „valide Aussage über eine mögliche Teilnehmeranzahl“ sei derzeit noch nicht möglich, heißt es aus dem Ordnungsamt. Angemeldet hat die Demo eine Privatperson.

Scharfe Kritik auch aus den Landtagsfraktionen

Die AfD hatte mit der Anfrage für eine Welle der Empörung gesorgt. Alle anderen Fraktionen im Stuttgarter Landtag verurteilten die Idee, Buch über die Nationalitäten von Künstlern zu führen, aufs Schärfste. Die AfD hatte die Anfrage damit begründet, dass sie auf „eine Einschätzung der Qualität der eigenen Nachwuchskünstler im internationalen Vergleich“ abziele. Eine Absicht, an der die anderen Landtagsfraktionen große Zweifel haben.

Mittlerweile zeigen sich mit den betroffenen, staatlichen Kulturbetrieben im Land auch andere kreative Häuser jenseits von Baden-Württemberg solidarisch. So verballhornte zum Beispiel das Staatstheater Mainz die AfD auf Facebook und stellte die kulturelle Vielfalt in den Reihen des Ensembles demonstrativ zur Schau.

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