VVS-Reform in der Region Stuttgart Das Tagesticket könnte deutlich billiger werden

Von Konstantin Schwarz 

Auch beim VVS-Tagesticket könnte es zu Änderungen kommen – entsprechende Überlegungen gibt es innerhalb des Verbunds. Reduzieren bald auch andere Verbünde ihre Preise?

Ab 2019 gilt in Stuttgart und Region ein neues VVS-Zonensystem. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Ab 2019 gilt in Stuttgart und Region ein neues VVS-Zonensystem. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die für den 1. April 2019 angekündigte radikale Vereinfachung des Tarifsystems im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) von 52 Zonen auf fünf Tarifringe könnte auch zu Änderungen beim Tagesticket führen. Es gibt im VVS Überlegungen, die Systematik für das Ticket umzustellen. Es könnte künftig für jede Zone zum doppelten Preis einer Einzelfahrt angeboten und damit günstiger werden.

Das Tagesticket deckt alle Fahrten für einen Tag in der gewählten Zonenzahl ab. Bisher gibt es die Karte in drei Stufen für bis zu zwei und bis zu vier Zonen und das Netz. Da in Stuttgart und den Außengrenzen der Landkreise mit der Reform zwei Zonen zu einer werden, kostet die Hin- und Rückfahrt dann fünf statt 5,80 Euro. Das Tagesticket für sieben Euro erscheint ab April 2019 vergleichsweise teuer.

SPD: Größte Reform in Deutschland

Überlegungen für das Tagesticket haben die Fraktionen des Gemeinderates noch nicht erreicht. Im Verwaltungsausschuss lobten die Sprecher am Mittwoch den Einsatz von OB Fritz Kuhn (Grüne) für die Reform, mit der viele Verbindungen billiger werden. Sie erinnerten auch daran, dass die Initiative im Juni 2017 von den Fraktionen selbst ausgegangen sei. Man signalisiere die Unterstützung, weitere Mehrkosten zu übernehmen, sagte Jürgen Sauer für die CDU. Die Vereinfachung kostet im VVS pro Jahr rund 42 Millionen Euro, die aus Steuermitteln ausgeglichen werden. 2024 wird die Stadt allein 17,1 Millionen zahlen.

Es sei die „beste und größte Tarifreform in Deutschland“, sagte SPD-Fraktionschef Martin Körner. Stefan Urbat sagte für SÖS/Linke-plus, das ständige Drehen an der Preisschraube habe „erst mal ein Ende“. Die FDP hätte sich noch weniger Zonen vorstellen können, so Michael Conz. Rose von Stein von den Freie Wählern betonte, dass man mehr Fahrgäste erwarte. Bernd Klingler (BZS 23) betonte, dass diese angesichts des Chaos bei der S-Bahn den für 2019 beschlossenen Verzicht auf eine Tariferhöhung erwarten dürften.

Land gibt hohen Zuschuss

In der Regierungsbefragung bei der Plenarsitzung des Landtages sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch, dass die Regierung auch bei anderen Verkehrsverbünden im Land bereit sei, einen Zuschuss zu geben, wenn es zu einer Absenkung der Tarife komme. Die Reform im VVS wird das Land bis einschließlich 2024 mit insgesamt 42 Millionen Euro bezuschussen.

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