Unser Stuttgart-Adventskalender Im Lager von Deutschlands größtem Bierhändler

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In unserem Stuttgart-Adventskalender öffnen wir jeden Tag ein spannendes Türchen in Stuttgart für Sie. Am 8. Dezember besuchen wir das Lager von Deutschlands größtem Biergeschäft.

Deutschlands größter Bierhändler hat logischerweise auch ein riesiges Bierlager: Heinrich 3000 in Kornwestheim. Foto: factum/Granville
Deutschlands größter Bierhändler hat logischerweise auch ein riesiges Bierlager: Heinrich 3000 in Kornwestheim. Foto: factum/Granville

Kornwestheim - Die 3000 im Firmennamen des Getränkehändlers Heinrich 3000 stand irgendwann für die 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die das Familienunternehmen im Kornwestheimer Gewerbegebiet anbietet. Heute steht die Zahl auch für das Ziel, einmal 3000 Biersorten anzubieten.

Bei mehr als 2100 Sorten stehe er aktuell, sagt Michael Woschnik, den man als Bierchef bezeichnen könnte – in dem Laden mit Deutschlands größter Bierauswahl, zumindest laut Woschnik. Seit fünf Jahren managt der 36-Jährige das Biersortiment. Seither sind Dutzende Kleinbrauereien mit Spezialbieren, unter Kennern auch als Craft Beer bezeichnet, an den Markt gegangen. Und Woschnik hat viele davon im Programm – nicht nur für den Verkauf im Laden, sondern auch um kleinere, auf Craft Beer spezialisierte Händler wie Ridmueller oder das 87 in Stuttgart mit den hübsch aufgemachten Flaschen zu versorgen. Zwischen drei und acht Euro kostet ein 0,33-Liter-Fläschchen in der Regel.

Während die Craft-Beer-Abteilung und die in regelrechten Straßen sortierten traditionellen Biere für jedermann zugänglich sind, kommt man ins Lager dieses riesigen Getränkemarkts nur in Woschniks Begleitung. Hier wird sichtbar, warum Craft Beer zwar stark wächst, im Biermarkt aber weiterhin ein Nischenphänomen ist: Im oberen der zwei Stockwerke hohen Halle stapeln sich die Bierkisten bis unter die Decke – und zwar nicht solche von dem US-Craft-Beer-Brauer Sierra Nevada, sondern welche von naheliegenderen Herstellern wie Stuttgarter Hofbräu, Augustiner, Heineken, Jever. Bis zu fünf Paletten stehen da aufeinander, auf jeder Palette sind die Kisten in sechs Reihen gestapelt. Eine Handvoll Mitarbeiter fährt im Gabelstapler durch die enorm hohe Halle, sortiert Pfandflaschen in Bierkisten, belädt ein Stockwerk weiter unten Lastwagen.

Eine Million Bierflaschen im Monat

„Wir verkaufen mehr als eine Million Flaschen Bier im Monat“, sagt Michael Woschnik. Die allermeisten davon stehen davor und danach im Lager: erst voll, dann als Leergut. Hier ist Pfand ein Millionengeschäft – und eine logistische Herausforderung. Woschnik ist so gesehen, anders als beim Biertrinken selbst, Paulaner lieber als Pale Ale. Die aus der TV-Werbung bekannten Fernsehbiere kommen nämlich in standardisierten Flaschen daher, Craft Beer hingegen rechtfertigt den höheren Preis oft auch durch besondere Gebinde – für die Woschnik das Pfand oft kaum zurückbekommt.

Der Kaufmann zeigt beispielsweise auf einen Stapel hölzerne Bierkisten von der Rügener Insel-Brauerei. „Das Pfand dafür werde ich nie zurückkriegen, weil der Transport zur Brauerei an der Ostsee mehr kostet als die Kisten wert sind“, klagt Woschnik. Dasselbe gilt für das Bierfass der eingangs erwähnten Sierra-Nevada-Brauerei aus Chico, Kalifornien: „Pfandwert 100 Euro, die Transportkosten dorthin will ich gar nicht wissen“. Aber das sind kleine Probleme verglichen mit den Umsätzen, die Woschnik dank der Spezialbiere macht: er verkaufe stets doppelt so viel Craft Beer wie im Vorjahr, berichtet der Bierchef.

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